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Ein Vorzeige-Lieferdienst mit einem kleinen Manko

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Rewe bietet 12.000 Produkte in seinem Online-Shop an. Unsere Autorin hat ihn getestet. Ihr Ergebnis: Der Lieferdienst ist eine echte Alternative zum Offline-Einkauf.

Es ist nicht sonderlich schwer, eine Packung Müsli oder Nudeln zu liefern. Doch bei Tiefkühlkost wie Eiscreme oder empfindlicher Ware wie Tomaten sieht die Sache anders aus. Überzeugen hier die gängigen Lieferdienste? Bringen sie die Ware heil zum Kunden? Wie übersichtlich ist die Webseite? Und wie teuer der Service?

Das wollen wir wissen und testen an dieser Stelle nun Woche für Woche verschiedene Lieferdienste. In der ersten Folge ging es um Mytime, einen Service, der uns mit haufenweise Verpackung geschockt hat. Wird der Lieferdienst von Rewe auch so viel Plastik und Styropor nutzen? Den Service gibt es in 75 deutschen Großstädten, unter anderem in Hannover, Frankfurt und Berlin.

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Bestellen:

Auf der Startseite von Rewe sehe ich viele Produkte, die mir empfohlen werden – ein Wirrwarr aus Kraftreinigern, Gummibärchen und Mandarinen im Netz. Warum sie mir ans Herz gelegt werden, ist mir nicht klar. Womöglich sind sie besonders günstig oder bringen dem Anbieter eine hohe Marge. Dann sehe ich oben auf der Seite den Reiter Alle Produkte. Klick.

Es öffnet sich ein Menü aus verschiedenen Kategorien, das nicht alphabetisch geordnet ist: von Obst und Gemüse bis zu Tiernahrung. Ich klicke auf Tiefkühl, es öffnen sich sieben Unterkategorien. Danach klicke ich auf Eiscreme und es öffnen sich sechs weitere Unterkategorien. Ich klicke auf Großpackungen und habe 41 Produkte zur Auswahl. Puh. Ich kann mich nicht entscheiden und gebe oben in der Suchleiste Vanilleeis ein. Es erscheinen zehn verschiedene Sorten.

Wenn ich eine anklicke, erhalte ich die Inhaltsstoffe und Hinweise auf mögliche Allergene. Viele Infos, viele Produkte. Insgesamt bietet der Rewe-Shop im Web und in der App 12.000 Produkte an – eine riesige Auswahl.

Um Zeit zu sparen, gebe ich die nächsten Lebensmittel in der Suchleiste ein. Sobald ich eines in den Warenkorb lege, wird mir in einer Leiste angezeigt, wie weit ich mit meinem Einkauf noch von dem Mindestbestellwert von 40 Euro entfernt bin. Das finde ich übersichtlich.

Allerdings frage ich mich auch, ob es zwingend einen Mindestbestellwert braucht. Schließlich zahlt man für den Versand extra. Und für Einpersonenhaushalte ist ein so hoher Pflichteinkauf unpraktisch. Wer will schon 40 Euro ausgeben, wenn er nur mal schnell ein bisschen Käse und Brot fürs Abendessen kaufen will? Ich kann verstehen, dass Rewe nicht will, dass man sich nur ein paar Packungen Chips bestellt, aber würden 25 oder 30 Euro als Mindestbestellwert nicht ausreichen?

Zahlen kann ich via Kreditkarte, Paypal, Lastschrift oder auf Rechnung. Ich wähle Paypal.

Liefern:

Rewe hat einen eigenen Lieferdienst, der bereits ab dem Folgetag die Lebensmittel vorbeibringen kann. Die Gebühr dafür beträgt für Einkäufe ab 40 Euro zwischen 3,90 und 5,90 Euro – je nachdem, welche Lieferzeit man auswählt. Ab einem Warenwert von 120 Euro ist die Lieferung kostenlos. Doch einen so hohen Betrag erreiche ich so gut wie nie bei einem Lebensmitteleinkauf.

Interessant ist, dass ich verschiedene Zeitfenster zur Auswahl habe. Wenn ich bereit bin, länger auf die Lebensmittel zu warten, zahle ich weniger als wenn ich mich für einen Zwei-Stunden-Slot entscheide, in dem geliefert werden soll. Ich wähle den kleineren Zeitraum, abends, zwischen 20 bis 22 Uhr, für 5,90 Euro. Berufstätigen kommt diese Uhrzeit sicher gelegen.

Der Fahrer klingelt pünktlich. Er muss unsere Treppen zwei Mal hochlaufen. Ich nehme ihm die Ware vor der Haustür ab – er trägt nur so viel, dass er sich nicht den Rücken ruiniert, wenn er sie in den vierten Stock hochschleppt. Sehr sinnvoll.

Die meisten Lebensmittel kommen in Papiertüten. Nur die Tiefkühlsachen stecken in einer Plastiktüte. Das finde ich gut und angebracht, ähnlich viel Müll habe ich auch bei einem normalen Einkauf, wenn ich mal keinen eigenen Jutebeutel dabei habe. Als ich den Fahrer frage, ob er unten in seinem Wagen eine Kühlbox hat, erzählt er, dass dort gleich mehrere wären – für unterschiedliche Produkte. Anhand eines Barcodes auf jeder Tüte wisse er, für welchen Kunden sie gedacht sei.

IMG_1251 KopieAuspacken:

Ein Blick in die Tüten genügt. Die Lebensmittel sind nach Produktkategorie geordnet. So liegen Obst und Gemüse in einer Tüte. Joghurt und Käse in einer anderen. Die gekühlten Lebensmittel fühlen sich kalt an, die Tiefkühlprodukte eiskalt. Die Kühlkette war also wahrscheinlich wirklich nur in meinem Treppenhaus unterbrochen.

Fazit:

Bei dem Lieferdienst von Rewe werde ich wahrscheinlich wieder bestellen. Vier Services gefallen mir besonders:

Erstens ist es sehr praktisch, dass man relativ genau bestimmen kann, wann einem die Produkte gebracht werden. Die Liefergebühr ist dabei so hoch wie bei anderen Diensten auch.

Zweitens finde ich großartig, dass die Ware vor allem in Papiertüten verpackt war. Rewe schafft es, einem auch Tiefgekühltes zu bringen, ohne viel Verpackungsmaterial zu erzeugen.

Angst, dass die Kühlkette zu lange unterbrochen wurde, habe ich nicht. Wenn ich Lebensmittel selbst im Supermarkt kaufe und nach Hause trage, werden sie auf dem Heimweg auch nicht gekühlt.

Drittens ist die Auswahl des Rewe-Shops umfangreich, man findet Höherpreisiges sowie Handelsmarken. Womöglich könnten die Produkte noch ein bisschen besser auf der Seite sortiert werden, damit man sie noch schneller findet.

Und viertens mag ich, dass die Produkte genau beschrieben sind. Vor allem für Allergiker bietet die Angabe der Inhaltsstoffe einen echten Mehrwert.

Nur der dann doch recht hohe Mindestbestellwert stört. Für kleinere Einkäufe ist der Rewe-Lieferdienst deshalb nicht geeignet. Leider!

Bild: Rewe

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