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Ringier und btov investieren in Schweizer Babybrei-Startup

Yamo verkauft gekühlte Babynahrung. Dafür bekommt das Startup jetzt von mehreren Investoren einen Millionenbetrag – und bringt seine Bio-Breie in den Handel.

Mit seiner Babynahrung macht Yamo den Brei-Riesen Hipp und Milupa Konkurrenz. Nun sammelt das Bio-Brei-Startup in seiner zweiten Finanzierungsrunde seit der Gründung im Jahr 2017 einen „niedrigen siebenstelligen Betrag“ ein.

Angeführt wird die Runde von der Digitaltochter des Schweizer Medienunternehmens Ringier, Ringier Digital Ventures. Außerdem steigen der St. Gallener VC btov Partners und diverse Business Angels ein. Einige bestehende Gesellschafter wie der Altinvestor und Doodle-Gründer Myke Näf beteiligen sich erneut.

Yamo erhitzt seine Produkte nicht, um sie haltbar zu machen. Stattdessen arbeitet das Startup mit hohem Druck. Das sogenannte HPP-Verfahren (Hochdruckpasteurisation) gilt im Vergleich zur Hitzesterilisation als schonender. Vitamine, Farbe und Geschmack sollen dadurch besser erhalten bleiben. Anders als beispielsweise Hipp-Babybrei müssen die Lebensmittel von Yamo aber auch gekühlt werden. Zu lange Haltbarkeit und künstliche Zutaten bei herkömmlichem Babyessen kritisiert Yamo-Mitgründer Luca Michas: „Kleinkinder sollten nicht länger Essen bekommen, das älter ist als sie selbst“, so der CMO.

Seine elf Sorten Brei verschickt Yamo im Abo in die Schweiz, nach Deutschland und Österreich. Aktuell werden die Breie testweise in 50 süddeutschen Filialen der Drogeriekette dm verkauft. Dort stehen sie in Kühlregalen in der Babyabteilung. Ein Test beim Schweizer Handelsunternehmen Coop starte im August, so Michas gegenüber Gründerszene. Yamo beliefert zudem einige Läden des Schweizer Biofachhändlers Biopartner AG.

Babybrei – die ultimative Herausforderung für Food-Startups

Wollen Unternehmen Babybrei oder Frucht-Quetschies herstellen, müssen sie einen Berg von Richtlinien beachten. Gerade für Startups eine immense Herausforderung.

Der Fokus seines Startups liege aber auf dem Onlinevertrieb, so Michas – und dabei solle es auch bleiben: „Wir glauben fest, dass es ein riesiger Vorteil für Eltern ist, wenn sie Brei in regelmäßigen Abständen und ohne Aufwand nach Hause geliefert bekommen. Wir gehen deshalb nicht aktiv auf neue Retailer zu, prüfen aber jede Anfrage.“ Mit dem neu eingesammelten Geld will Yamo seine Markenpräsenz in Deutschland und Österreich stärken und künftig feste Nahrung und Snacks für ältere Kinder ins Sortiment bringen.

Für Ringier Digital Ventures ist es bereits das zweite Food-Investment innerhalb weniger Wochen: Erst vor Kurzem gab das Unternehmen ein Investment in das Schweizer Vitamin-Startup Baze bekannt, das personalisierte Nährstoffpakete vertreibt.

Bild: Yamo

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