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„Ich habe beruflich noch nie etwas Schlimmeres erlebt“

Das Frankfurter Gastro-Startup What the Food musste nach zwei Jahren schließen. Der Grund für das Scheitern war nicht nur eine geplatzte Finanzierungsrunde.

Für Ekaterina Bozoukova und Nina Rümmele schien es die perfekte Geschäftsidee zu sein: Ein Laden, der schnelle, regionale und gesunde Gerichte für die Mittagspause anbietet. Es war genau das, was die beiden bei ihren Jobs in der Bank und in der Unternehmensberatung immer vermisst hatten. Eine lukrative Marktlücke schien gefunden. Die beiden, die sich im BWL-Studium kennengelernt hatten, taten sich zusammen und gründeten im Sommer 2015 What the Food — mit einer ersten Filiale im Frankfurter Bahnhofsviertel. Smoothies, Suppen, belegte Brote oder Frühstücksangebote wurden mit kreativen Namen wie „Beef Explosion“, „Merry Cranberry“ oder „Chicken Zoodle Caroodle“ versehen. Inspirationen holten sich die beiden unter anderem von der britischen Kette Pret à Manger, Fritz Kola und der Bloggerin Deliciously Ella

Rund zwei Jahre später, im Herbst 2017, ist der Traum vom erfolgreichen Startup jedoch vorbei. Das Geld fehlt und das junge Unternehmen muss aufgeben. Gerade ein paar Tage, nachdem die beiden ihre zweite Filiale in Hamburg eröffnet hatten. Ein schwerer Schlag für die Gründerinnen. 

„Wir waren zu optimistisch“

„Ich kann mich noch gut erinnern. Es war am 2. Oktober 2017, als ich morgens auf den Kontoauszug schaute“, berichtet Rümmele. „Dann habe ich zu Ekaterina gesagt: ,Ich glaube das war's“. Für die beiden brach eine Welt zusammen. „Es war wirklich hart, weil wir unseren Angestellten nicht sofort davon berichten konnten und weiter lächeln mussten“, sagt Rümmele. 15 Mitarbeiter hatte What the Food in der Frankfurter Filiale, immerhin sechs in Hamburg. „Ich habe beruflich noch nie etwas Schlimmeres erlebt.“ Ekaterina Bozoukova ging es ähnlich. „Immer wird einem gesagt, wenn du nur hart genug arbeitest, kannst du alles erreichen. Das stimmt aber nicht, wenn es ans Unternehmertum geht“, sagt sie heute.

Gescheitert sei What the Food letztlich — wie so viele Startups — am fehlenden Geld. Besser gesagt an einer geplatzten Investition, wie Bozoukova und Rümmele erklären. Zwar brachten die beiden das Startkapital für ihr Unternehmen selbst auf, aber um die Filialen zu eröffnen und zu betreiben, waren sie auf Unterstützung von Investoren und Business Angels angewiesen. Ein großer Investor sei ihnen schließlich abgesprungen, während die zweite Filiale bereits in Planung war. „Wir waren zu optimistisch und dachten, wir schaffen es in der übrigen Zeit bis zur Eröffnung ohne Probleme, einen anderen Investor zu finden“, sagt Rümmele. Sie schafften es nicht. Potenzielle Interessenten wurden skeptischer, wollten erst einmal abwarten, wie sich die zweite Filiale entwickelt. Am Ende fehlte das Geld, um diese überhaupt eine Zeit lang betreiben zu können.

„Jeder Kunde, der nicht stehen geblieben ist, hat wehgetan“

„Wir sind schlicht an einer Finanzierungslücke gescheitert“, sagt Bozoukova. Sämtliche Prozesse zu managen, das Operative oder der Markteintritt seien überhaupt kein Problem gewesen. Die fehlende Gastro-Expertise habe man sich über Experten eingekauft. Aber auch hier sei man mitunter falsch beraten worden. „Wir hatten am Ende Geräte in der Küche stehen, die wir nie gebraucht haben.“ 

Als klar war, dass es nicht mehr weitergeht, zogen sie schließlich die Notbremse. Die Pleite wurde auch zur emotionalen Herausforderung. „Hinten im Gang des Ladens haben wir unsere Insolvenz abgewickelt. Jeder Kunde, der nicht stehen geblieben ist, hat wehgetan“, sagt Rümmele. „Ich glaube ich musste zwei, drei Mal tatsächlich weinen. Auch unsere Freunde hatten teilweise Tränen in den Augen.“ Das private Umfeld habe definitiv mitgelitten, sagt Bozoukova.

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