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Kommt die Wassermaschine von Mitte überhaupt noch?

Die Crowd hat den Wasserfilter des Berliner Startups Mitte gefeiert. Doch die Auslieferung des Geräts wurde mehrfach verschoben. Nun will Mitte erneut Geld einsammeln.

Seit knapp drei Jahren entwickeln CEO Moritz Waldstein-Wartenberg und sein Team in einem Kreuzberger Hinterhof eine Aufbereitungsanlage für Leitungswasser. In zwei Crowdfunding-Kampagnen steckten neugierige Kaufinteressenten rund 335.000 Euro in das Startup Mitte. Nun will das Tech-Unternehmen erneut Kapital von der Crowd einsammeln. 

Über das US-amerikanische Crowdinvesting-Portal Republic bittet Mitte um rund 87.000 Euro (100.000 Dollar). Dafür würden die Anleger über einen Zeitraum von fünf Jahren eine jährliche Zinszahlung von zehn Prozent bekommen. Eine attraktive Rendite. Erst im August hat der Maschinenhersteller zehn Millionen Euro Wagniskapital bekommen. Warum macht Mitte also die Kampagne?

„Wir brauchen gerade kein Geld“, so Waldstein-Wartenberg auf Nachfrage von Gründerszene und NGIN Food. Das Startup habe an der US-Show „Meet The Drapers“ teilgenommen – einem Format ähnlich „Die Höhle der Löwen“, bei dem allerdings auch die Zuschauer mittels Crowdlending in die Startups investieren können. Für Mitte ist dieses Funding also vor allem ein Marketingtool.

Noch immer kein fixer Liefertermin

Allerdings wurde noch kein einziges Gerät ausgeliefert. Der Wasserfilter sollte ursprünglich im April 2018 auf den Markt kommen. Nachdem der Termin aufgrund von Hardwareproblemen verschoben wurde, lautete das finale Datum zuletzt noch Juni 2019. Laut der Details der aktuellen Crowdlending-Kampagne ist der Launch allerdings nun erst für das dritte Quartal 2019 anvisiert. Waldstein-Wartenberg klingt unsicher: „Wir glauben, dass das möglich ist, aber 100 Prozent weiß man das nicht.“

Vorbestellungen nimmt das Berliner Startup derzeit nicht mehr entgegen. Mitte wolle erst wieder Reservierungen annehmen, wenn der Zeitrahmen wirklich feststeht. Investoren, die ihr Geld wieder zurück haben wollen, bekämen ihren Teil erstattet, so der Gründer. Von den etwa 1.000 Bestellungen zum Preis von über 400 Euro seien das bisher rund ein Zehntel gewesen.

Auch Bonaverde fand für seine Kaffeemaschine schnell Fans. Die ersten Röstautomaten hat die Crowd aber erst drei Jahre nach dem eigentlichen Lieferdatum bekommen. Einige Käufer der 360-Grad-Kamera Panono warten noch immer auf das bereits bezahlte Produkt. Diverse crowdfinanzierte Gadgets mussten nach einiger Zeit aufgegeben werden. „Einen komplett funktionierenden Prototypen gibt es seit einem Jahr“, so der Mitte-CEO. Das Team arbeite derzeit daran, etwa die Zuverlässigkeit sowie die Lebensdauer zu steigern und die Firmenware sowie die digitale Integration fertig zu stellen. Waldstein-Wartenberg sagt jedoch auch, dass die Filteranlage definitiv auf den Markt kommen werde.



Bild: Chris Marxen / headshots-berlin.de

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