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Thermomix steht in Wuppertal vor dem Aus

Der Hype um die Kult-Küchenmaschine scheint vorbei: Thermomix-Hersteller Vorwerk verlagert eine Produktionslinie nach China. In Deutschland müssen dafür Mitarbeiter gehen.

Der Thermomix hat Kultstatus in deutschen Küchen. Über Jahrzehnte hinweg ist der Hype um die mittlerweile 1.359 Euro teure Küchenmaschine größer geworden. Nun aber scheint der ganz große Boom vorbei. Hersteller Vorwerk zieht daher Konsequenzen und stellt die Produktion des Alleskönners am Stammsitz in Wuppertal zum Jahresende ein. Im Gegenzug hat das Familienunternehmen nun eine Montagelinie in China aufgebaut, wo Vorwerk die neue Zukunft des Thermomix sieht.

Zwar hat die Nachfrage zuletzt nochmal zugelegt. Zumal Vorwerk mit dem TM6 im Frühjahr eine neue Generation Thermomix auf den Markt gebracht hat. In Deutschland sind die Verkaufszahlen danach sogar im zweistelligen Prozentbereich gestiegen, meldet ein Unternehmenssprecher.

Trotzdem hält Vorwerk an den schon im Sommer angedachten Schließungsplänen fest. Denn die Marktversorgung ist sowohl im Heimatmarkt als auch in vielen anderen Ländern Europas mittlerweile hoch. Großes Potenzial sieht das Unternehmen dafür in Asien und insbesondere in China. Also rücke man näher an die neuen Kunden heran.

Die Verlagerung geht auch mit einem Stellenabbau einher. 200 von insgesamt 2500 Stellen in Wuppertal wurden in den vergangenen Monaten abgebaut. Betriebsbedingte Kündigungen habe man dabei mithilfe von Abfindungen und Altersteilzeitvereinbarungen bis auf wenige Ausnahmen vermeiden können, sagte der Sprecher.

Mit dem Aus für die Produktion in Deutschland endet ein vergleichsweise kurzes Intermezzo. Hauptstandort für die Thermomix-Produktion ist nämlich schon seit Jahrzehnten Frankreich. Die Zusatzlinie in Wuppertal hatte Vorwerk 2015 eingerichtet, weil die Nachfrage damals so stark gestiegen ist, dass Kunden teils mehrere Monate auf ein neues Gerät hatten warten müssen.

Scheiß auf den Shitstorm: Vorwerk macht beim Thermomix vieles richtig

Die unvermittelte Ankündigung des neuen Thermomix hat viele Kunden verprellt. Doch aus Unternehmenssicht ist der Schritt nachvollziehbar.

Wuppertal hat sich dabei zur Entlastung des Frankreich-Werks auf Sonderformate konzentriert, also auf Geräte mit einer anderen Stromspannung oder anderen Steckerformen. Doch auch wenn die Montage in Deutschland nun wegfällt: Wesentliche Komponenten für die Küchenmaschine sollen weiterhin am Stammsitz produziert und anschließend den Fertigungen in Frankreich und China zugeliefert werden, darunter der Motor und das Mixmesser.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Welt.de.

Bild: Vorwerk

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