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Wie viel Umsatz bringt ein Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“?

Millionen Menschen verfolgen die populäre TV-Show „Die Höhle der Löwen“ jede Woche. Doch wie profitieren die Gründer davon? Wir haben die DHDL-Startups befragt.

Jahr für Jahr steigt die Popularität der bekannten TV-Show „Die Höhle der Löwen“. In der aktuellen Staffel saßen teilweise mehr als drei Millionen Zuschauer am Dienstagabend vor dem Fernseher, um sich die fünf Löwen und jede Menge skurriler Geschäftsideen anzuschauen. Doch was treibt Gründer überhaupt an, in der Show aufzutreten? Ein Investment der Juroren? Viele Gründer winken erst einmal ab, es heißt dann: Es gehe ihnen vor allem um die Aufmerksamkeit, das kostenlose Marketing, die 15 Minuten Ruhm zur Primetime.

Doch wie hoch ist dieser Effekt eigentlich genau? Wir haben alle Startups der vierten Staffel angeschrieben und sie nach ihren Umsatzprognosen für das Jahr 2017 gefragt – einmal ohne den Fernsehauftritt und einmal mit. Aus den Antworten ließen sich 15 Datensätze verwerten, sie beruhen alle auf eigenen Angaben und lassen sich nicht überprüfen.

Alle Startups bis auf eines geben an, von der Show profitiert zu haben, wie unsere Grafik zeigt. Nur das Startup Foodguide erklärt, es habe keinen Effekt beim Umsatz gemerkt. Das Ziel des Startups sei es in dieser Phase „coole Gastronomen an sich zu binden“ und nicht der Umsatz (ein ausführliches Interview findet ihr hier).

Bei einer näheren Betrachtung fällt auf, dass gerade Startups mit neuen Lebensmitteln beim Publikum gut ankommen. Sie konnten den Umsatz stark steigern. Wie beispielsweise das Eiweis-Startup Pumperlgsund, dessen Umsatz durch die Sendung nach eigenen Angaben bei 2,14 Millionen Euro lag. Nur durch die Sendung erreichte das Startup einen Großteil seines Jahresumsatzes. Auch 3Bears und Tastillery sind darunter.

Unter den 15 Startups befinden sich einige, die einen Deal von den Löwen bekommen haben – andere gingen leer aus. Es stellt sich also die Frage: Hilft ein Löwen-Investment, das Produkt noch weiter zu verkaufen? Dabei lassen sich natürlich zwei Effekte nicht wirklich trennen: Denn Startups mit einem Deal bekommen zum einen medial mehr Aufmerksamkeit – gleichzeitig versprechen die Löwen, die Produkte ihrer Portfolio-Unternehmen in den Handel zu bringen.

Für diese Betrachtung haben wir uns die Startups angeschaut, die keinen Deal vor der Kamera bekommen haben:

Natürlich ist die Auswahl der gezeigten Startups klein. Für diesen Teil zeigt sich allerdings, dass die Startups ohne Investment eines Löwens deutlich weniger von der Show profitieren konnten. Bei ihnen beträgt der Umsatz, der durch die Show gekommen ist, nach eignen Angaben bei weniger als der Hälfte des Jahresumsatzes. 

Gerade Ralf Dümmel prahlt gerne damit, Startups im großen Stil in den Handel zu bringen. Er kommuniziert zwar keine Umsätze, dafür aber verkaufte Stückzahlen nach der Sendung. So sei das Pizza-Öl von Mio-Olio mehr als zehn Millionen Mal verkauft worden und vom Produkt Parodont, bei dem es wegen einer Werbeaussage Ärger gab, wurden 1,6 Millionen Stück verkauft. Am schwächsten schneidet das Spielmatten-Produkt Tukluk mit knapp 10.000 Verkäufen ab, mit etwa 200 Euro ist es aber auch eines der teueren Produkte aus dem Dümmel-Sortiment.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass vor allem Food-Startups stark von der TV-Show profitieren. In den 15 Datensätzen sahen die Startups mit einem Löwen-Investment größere Vorteile als der Rest. Wie viel davon die mediale Aufmerksamkeit und wie viel die tatsächliche Vertriebspower der Investoren, lässt sich aus den Zahlen nicht genau ermitteln.

bild: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

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