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Deutsche Gründer fühlen sich von Verwaltung ausgebremst

Eine Umfrage der Bitkom ergibt, dass sich die meisten Startups in Deutschland sehr wohl fühlen. Aber es gibt da einen Bereich, der unglaublich nervt.

Während SPD-Chefin Andrea Nahles die „Internetgiganten“ als Bedrohung für die gesunde Entwicklung der digitalen Wirtschaft ausgemacht hat, denken Startups über ganz andere Themen nach. Eine Umfrage des Branchenverbandes Bitkom hat ergeben, dass vor allem die langsame und komplizierte Verwaltung in Deutschland für sie einen Bremsklotz für die Entwicklung der Digitalwirtschaft darstellt.

Der Standort Deutschland ist laut der Umfrage für Startups viel besser als sein Ruf. Ob Absatzmöglichkeiten, Infrastruktur oder Arbeitsmarkt – in all diesen Bereichen sind die meisten Gründer zufrieden. Nur von Ämtern und Behörden sind die Gründer genervt. Befragt wurden mehr als 300 deutsche Startups.

„Behörden können von Startups profitieren“

Rund zwei Drittel geben an, dass sie unzufrieden mit der Erledigung amtlicher Angelegenheiten sind, etwa wenn es um den Kontakt zu Verwaltungen geht, um die Erreichbarkeit von öffentlichen Stellen oder um die dort erbetene Unterstützung.

„Startups arbeiten an Lösungen für die digitale Welt und werden von einer analogen Verwaltung gebremst. Wenn es die Politik mit Startup-Förderung ernst meint, muss sie damit in Ämtern und Behörden anfangen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Behörden könnten zudem von Startups ganz direkt profitieren. Es gibt eine ganze Reihe von Gründern, die Ideen für eine digitale Verwaltung haben.“

Befreiung von der Umsatzsteuer 

Dabei sind im Koalitionsvertrag eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen, um Startups von bürokratischen Aufgaben zu entlasten. Sie stoßen bei Gründern auf große Zustimmung:

  • Drei von vier Gründern geben an, dass ein sogenannter „One-Stop-Shop“ für Unternehmensgründungen für ihr Startup hilfreich wäre.
  • Sieben von zehn Gründern loben den Plan, Startups in den ersten beiden Jahren von der monatlichen Voranmeldung der Umsatzsteuer zu befreien.
  • Ebenfalls sieben von zehn befürworten die Pläne für ein digitales Bürgerportal für Unternehmen, in dem alle Verwaltungsleistungen behördenübergreifend miteinander vernetzt werden sollen.

Neben der Bürokratie sind Gründer auch mit anderen Standortfaktoren eher unzufrieden. Jeder zweite kritisiert Kosten und Verfügbarkeit von Gewerberäumen sowie den Zugang zu Finanzierungsquellen, gefolgt von lokalen Förderprogrammen (40 Prozent) und der Personalsituation (37 Prozent), also etwa die Höhe von Gehältern und die Verfügbarkeit von Fachkräften. Besonders zufrieden sind die Gründer mit der Lebensqualität am Standort ihres Startups. 

Foto: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Manoftaste.de

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