Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Der Lemonaid-Gründer arbeitet jetzt an einem N26-Konkurrenten

Ein Startup aus Hamburg entwickelt gerade eine Banking-App mit Nachhaltigkeitsfokus. So wollen sich die Macher von großen Playern wie N26 abheben. Was haben sie vor?

Er hat es schon einmal geschafft, mit einem neuen Produkt einen Markt aufzurütteln. Jakob Berndt gründete das Getränke-Startup Lemonaid, welches mit der gleichnamigen Fairtrade-Limonade und dem Bio-Eistee Charitea zwei bekannte Marken aufbaute. Jedes Jahr macht das Unternehmen mehrere Millionen Euro Umsatz und die Getränke sind in vielen Szene-Cafés erhältlich.

Nach neun Jahren sei es nun an der Zeit etwas Neues zu machen, sagt Berndt gegenüber Gründerszene. Und dieses Mal will er im Banken-Sektor eine neue Marke etablieren. Mit seinen zwei Mitgründern arbeitet er in Hamburg gerade an einer Banking-App mit Nachhaltigkeitsfokus. Tomorrow kooperiert dabei mit der Berliner Solarisbank im Hintergrund, sie stellt die Banklizenz zur Verfügung und wickelt die Transaktionen ab. 

Das Hamburger Fintech will eine Zielgruppe ansprechen, die sich über Nachhaltigkeit Gedanken macht. „Wir glauben, dass es da draußen sehr viele Leute gibt, denen ihr Fußabdruck nicht egal ist“, sagt Berndt. Mehr Menschen würden mittlerweile Bio kaufen und sich um „grünen Strom“ kümmern – aber meist noch eine konventionelle Bank nutzen.

Eine Mischung aus GLS und N26

Für das Fintech könnte das ganz konkret heißen: Schließen Kunden Sparprodukte bei Tomorrow ab, fließt das Geld beispielsweise in Anlagen rund um regenerative Energien, Elektromobilität oder Bio-Landwirtschaft. Bei jeder Kreditkarten-Zahlung wird ein kleiner Betrag in ein Aufforstungsprojekt gespendet, anstatt die Kundengelder in Rüstung, Kohlekraft oder Gentechnik zu stecken, sagen die Macher.

Auf technischer Seite will Tomorrow mit einer App überzeugen, die etwa mit schneller Konto-Eröffnung und Push-Nachrichten eine digital-affine Zielgruppe ansprechen soll. Der Launch ist für den Sommer geplant.

Mit einer ähnlichen Basis-Version ist auch einst N26 gestartet, bietet mittlerweile allerdings viele andere Funktionen – wie beispielsweise Geldanlagen oder Versicherungen. Von der inhaltlichen Ausrichtung macht Tomorrow eher etablierten Banken wie der GLS Bank Konkurrenz. Eine Basis-Version des neuen Kontos wird kostenlos sein, für zusätzliche Funktionen müssen die Nutzer zahlen.

Finanziert ist das Hamburger Fintech unter anderem von Berlin Ventures und dem Vitafy-Gründer Georg Bader. Abgesehen von den drei Gründern arbeiten noch vier Entwickler und einige freie Mitarbeiter für das Fintech.

Die drei Gründer Jakob Berndt, Inas Nureldin und Michael Schweikart (von links)

Die drei Gründer Jakob Berndt, Inas Nureldin und Michael Schweikart (von links)

Bild: Tomorrow

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