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Takeaway legt erste Zahlen nach Fusion mit Delivery Hero vor

Seit April fährt die Takeaway-Tochter Lieferando Bestellungen von Foodora, Pizza.de und Lieferheld aus. Das hat dem Dienst dreimal mehr Bestellungen eingebracht.

Im Gründerszene-Interview im Mai sagte Takeaway-Chef Jitse Groen noch, er wisse nicht, welche Auswirkungen der Zusammenschluss seines Lieferdienstes mit dem deutschen Markt von Delivery Hero haben würde. Wenige Monate zuvor kaufte sein Unternehmen die Dienste Foodora, Pizza.de und Lieferheld für rund eine Milliarde Euro. Im April wurden die Marken zusammengelegt und agieren seitdem als Lieferando. Nun gibt es erste Ergebnisse nach der Fusion. 

Deutschland hat in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr Geld eingebracht als der Heimatmarkt Niederlande, wie die Halbjahreszahlen zeigen. Knapp 83 Millionen Euro setzte Takeaway in der Bundesrepublik um, ein Plus von 111 Prozent. Profitabel ist die deutsche Marke Lieferando aber noch nicht. Im zweiten Quartal, also seitdem Lieferheld, Foodora und Pizza.de dazugehören, verzeichnete der orangefarbene Lieferdienst in Deutschland dreimal mehr Bestellungen als in den drei Monaten zuvor.

Seinen Gesamtumsatz konnte Takeaway im ersten Halbjahr um 68 Prozent auf 185 Millionen Euro steigern. CEO Groen begründet das vor allem damit, dass sein Unternehmen mehr Bestellungen ausgeliefert habe und die Margen gestiegen seien. Der Durchschnittswert des Warenkorbs ist allerdings um 56 Cent gesunken und lag im Berichtszeitraum bei 18,83 Euro.

Die Kosten für Kundenakquise ließen die Verluste von Takeaway im ersten Halbjahr 2019 in die Höhe schnellen. Mehr als 37 Millionen Euro verbrannte der Essenslieferdienst, wie die aktuellen Geschäftszahlen zeigen. Im Vorjahreszeitraum waren es nur rund 15 Millionen Euro. Dennoch konnte die Lieferando-Mutter das erste Mal seit dem Börsengang vor drei Jahren wieder schwarze Zahlen vorweisen: Das Ebitda lag bei 1,8 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2018 waren es minus 6,1 Millionen Euro.

Erst am Montag gab Takeaway bekannt, mit dem britischen Konkurrenten Just Eat fusionieren zu wollen: 

Lieferando-Mutter Takeaway übernimmt Just Eat

Nach dem Deutschlandgeschäft von Delivery Hero schlucken die Niederländer jetzt einen britischen Konkurrenten. Die Konsolidierung auf dem Lieferdienst-Markt geht weiter.


Bild: Takeaway

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