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Millionen-Funding für Fleisch im Reagenzglas

Das Biotech-Startup SuperMeat arbeitet seit 2015 an Hähnchenfleisch, das aus tierischen Zellen gezüchtet wird. Jetzt gab es dafür frisches Kapital in Millionenhöhe.

Unternehmer wie Bill Gates und Richard Branson investieren Millionen in Lebensmittel aus dem Labor. Das kalifornische Unternehmen Hampton Creek arbeitet beispielsweise an einem tierfreien Eiersatz und Memphis Meats aus San Francisco entwickelt Fleischbällchen aus Stammzellen. Aber auch auf der anderen Seite der Welt tüftelt ein Startup an Hähnchenfleisch, das im Reagenzglas gezogen wird. SuperMeat ist in Tel Aviv ansässig, der laut Medienberichten veganen Hauptstadt der Welt. Seit Ende 2015 tüftelt das SuperMeat-Team um Ido Savir, Koby Barak und Shir Friedman an dem Produkt.

Ziel des Startups sei es, Fleisch durch eine „saubere“ Herstellung zu entwickeln, sogenanntes Clean Meat. Dabei würden Stammzellen von lebendigen Hühnern entnommen, ohne den Tieren Schmerzen zuzufügen, wie SuperMeat betont. Anschließend wachsen die Zellen zu essbaren Fleischstücken heran. Die Idee hinter diesem In-Vitro-Fleisch ist, dass es gesünder, artgerechter und umweltschonender sein soll als Fleisch von echten Tieren. Das Startup versichert außerdem, dass sein künstliches Lebensmittel sowohl vegan als auch koscher sei und ähnlich viel koste wie echtes Fleisch.

In einer Crowdfunding-Kampagne sammelte SuperMeat 2016 bereits mehr als 230.000 US-Dollar ein. In einer Seed-Runde hat die Firma nach eigenen Angaben nun weitere drei Millionen Dollar erhalten. Die Beteiligungsgesellschaften New Crop Capital und Stray Dog Capital haben die Finanzierungsrunde angeführt. Die VCs aus den USA unterstützen ausschließlich Startups, die vegane Ersatzprodukte und Kunstfleisch herstellen, darunter auch Memphis Meats und Beyond Meat. Dritter in der Runde war die PHW-Gruppe, einer der größten deutschen Geflügelzüchter.

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Mithilfe der Kapitalspritze hofft SuperMeat, sein Kunstfleisch nun in den nächsten drei Jahren auf den Markt bringen zu können. US-Konkurrent Memphis Meats plant ebenfalls, seine In-Vitro-Lebensmittel bis 2021 in den Handel einzuführen. 

SuperMeat-CEO Savir ist studierter Informatiker und hat zuvor die E-Learning-Plattform Mindefy gegründet. Vor vier Jahren haben die Founder obendrein eine Stiftung für die Erforschung von künstlich erzeugtem Fleisch ins Leben gerufen.

Bild: JOHANNES EISELE / Getty Images

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