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„Mammut-Projekt“: Der Subway-Chef über den Rebrand der Sandwich-Kette

Kontaktloses Bezahlen, Zusammenarbeit mit Lieferdiensten, neue Einrichtung: Das Gesicht von Subway soll in den nächsten Jahren komplett geändert werden.

Hans Fux erwartet uns bereits, obwohl wir fünf Minuten zu früh sind. Nicht schwer zu erkennen, dass er der Chef ist: marineblauer Anzug, hellblaues Hemd, Firmenlogo am Revers. „Country Director Subway Deutschland“ lautet seine konkrete Position bei der weltweit größten Sandwich-Kette. 

Fux, Mitte 50, äußerst zuvorkommend, hat sein Team hinter sich gebracht: Drei Subway-Mitarbeiter zupfen sich hinter der Theke gegenseitig noch die grasgrünen Shirts zurecht und rücken die Schirmmützen gerade. An anderen Tagen stehen hier, in einer Filiale in der Karlsruher Innenstadt, nur zwei Mitarbeiter. Fux überlässt an diesem Nachmittag offenbar nichts dem Zufall. 

Deshalb wird er auch von einer PR-Beraterin einer externen Agentur begleitet. Sie notiert während des Gesprächs aufmerksam, springt zur Seite, falls etwas unklar sein sollte: Ja, genau, „Rotisserie Flavoured Chicken“ heiße das neue Subway-Sandwich. Während des 45-minütigen Gesprächs kommen nur eine Handvoll Kunden ins Restaurant, die drei Bediensteten hinter der Theke haben wenig zu tun. 

„Brand-Relaunch“ ist ein „Mammut-Projekt“

Fux irritiert das nicht, er ist ein Profi. Er spricht seelenruhig, jeder Satz ist wohlüberlegt, ja kein falsches Wort. Zuerst schwärmt der Subway-Chef über das Dekor in der Filiale, digitale Menübords, die neue „Visual Identity“. Das Gesicht von Subway solle in den nächsten Jahren komplett geändert werden: „Brand Relaunch“, nennt er es. Die Filiale sei deshalb ein guter Ort für ein Treffen.

„Visual Identity“, „Brand Relaunch“ — Fachbegriffe, die wichtig und professionell klingen. Die Änderungen bei Subway sind für den Kunden aber marginal. Die Einrichtung der Filialen wird moderner, die grundlegende Gestaltung bleibt gleich: braun und grün, dunkel und warm, und aus den analogen Menübords werden eben digitale. Im Laufe des Jahres will Subway zudem kontaktloses Bezahlen einführen, die Zusammenarbeit mit Lieferdiensten soll ausgeweitet werden.

Die größten Konkurrenten sind Subway in diesen Punkten voraus. Das würde der Subway-Chef zwar nicht öffentlich zugeben. Aber er weiß es.

Über 400 Restaurants bekommen deshalb ein Update. Ein „Mammut-Projekt“, sagt Fux. Bezahlen müssen die Modernisierung der Filialen die Franchise-Nehmer selbst. Denn Subway setzt zu hundert Prozent auf das Franchise-Konzept. Heißt: Jeder Restaurant-Betreiber ist sein eigener Chef. An Subway fließen neben einer einmaligen Lizengebühr in Höhe von 10.000 Euro monatlich laufende Gebühren plus Werbegebühren. 12,5 Prozent vom Monatsumsatz jedes Restaurants gehen direkt an das Unternehmen. Üblich sind in der Branche etwa fünf Prozent.

Zwischen Insolvenz und Digitalisierung – wohin geht es mit Dunkin' Donuts?

In den USA setzt die Kette auf Digitalisierung und neue Trends. In Deutschland mussten sieben Filialen insolvent schließen. Die US-Neuerungen kommen nur langsam an.

Wie rechtfertigt Subway die vergleichsweise hohen Gebühren? Fux nennt die „Markenbekanntheit“ und Subway als „Frequenzbringer“ als Argumente. Die Fast-Food-Riesen McDonald’s und Burger King sind allerdings noch bekannter. Aber Fux spricht generell nicht über die Konkurrenz, nur über Subway. Man sei sehr zufrieden mit den Franchise-Nehmern. Beruht die Zufriedenheit auf Gegenseitigkeit?

Subway-Partner klagen über hohe Systemgebühren

Immer wieder berichteten Franchise-Nehmer, im Ausland wie auch in Deutschland, in den vergangenen Jahren, das Subway-Konzept habe sie in den Ruin getrieben: Die Gebühren seien zu hoch, die Veträge Knebelverträge. Viele Restaurants mussten wieder schließen oder eröffneten unter einem anderen Label — ohne Subway als Partner — wieder. In Frankreich gaben einige große Banken potenziellen Franchise-Nehmern von Subway keine Kredite. Zu groß sei das Risiko, schlecht die Erfahrungen mit Subway-Verträgen, berichtete das ZDF 2011 in einer Dokumentation. Mitunter rieten die Banken davon ab, überhaupt ein Geschäft mit der weltweit größten Sandwich-Kette einzugehen. Wirtschaftswissenschaftler halten die Gebühren von 12,5 Prozent des Umsatzes für unternehmerisch unangemessen.

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In den USA schloss Subway im vergangenen Jahr 909 Läden. Ein amerikanischer Franchisenehmer sagte Business Insider: „Ich denke, wir erreichen unsere Zielgruppe und die Menschen generell nicht mehr.“ 400 Franchise-Nehmer protestierten gegen Pläne der Sandwich-Kette.

Oftmals sind die USA Trendsetter in Sachen Fast-Food, auch für Negativtrends. Beunruhigt diese Entwicklung den Subway-Deutschland-Chef? Fux geht darauf nicht ein. „Es ist ein wahnsinniges ‚Commitment’ da“, sagt er. Die Zufriedenheit der Franchise-Nehmer in sei „eines der obersten Gebote“. Das zeige sich auch in Umfragen unter den Franchise-Nehmern.

Bild: Joe Raedle / Getty Images

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