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Warmes Fleisch, matschige Erdbeeren – schlechte Noten für Onlinesupermärkte

Kein Lieferdienst schnitt im aktuellen Test besser als „befriedigend“ ab. Es hakt etwa bei der Kühlung, bei den Verpackungen – und beim Datenschutz.

Gemessen am Gesamtumsatz nehmen Onlinesupermärkte im Lebensmittelhandel nach wie vor eine Außenseiterrolle ein. Zuletzt ist das Segment aber stark gewachsen – ein Grund für Stiftung Warentest, die Lebensmittelversender unter die Lupe zu nehmen

Getestet wurden zehn Dienste, darunter Amazon Fresh, Mytime, Edekas Bringmeister und Allyouneedfresh. Jeden Lieferdienst hat das Verbraucherschutzmagazin mehrfach ausprobiert. In den Warenkorb wanderten dann jeweils 14 Produkte, zum Beispiel Eier, Räucherlachs, frisches Obst und Sektflaschen.

Das Testergebnis: alles andere als positiv. Von 245 bestellten, kühlpflichtigen Produkten waren der Stiftung Warentest zufolge 136 zu warm (56 Prozent), als sie an der Haustür ankamen. Teilweise lag die Temperatur bei über 20 Grad – viel zu viel für empfindliche Ware wie Hähnchenfleisch. Erdbeeren erreichten die Tester häufig zermatscht oder schimmelig. Immerhin: Bei der Pünktlichkeit schneiden die getesteten Dienste mehrheitlich gut ab.

Beim Verpackungsmüll kommen die wenigsten Anbieter gut weg. Am schlechtesten schneidet in dieser Kategorie überraschenderweise der Bio-Onlinesupermarkt Natur.com ab, weil er Wegwerf-Kühlboxen verschickte.

Amazon Fresh nicht DSGVO-konform

In Sachen Datenschutz fällt Amazon Fresh besonders negativ auf: Die Datenschutzerklärung entspreche nicht der DSGVO, heißt es. Ärgerlich für den US-Versandriesen: Als einziger erhält er in den Bereichen Bestellung und Lieferung die Note „gut“ – versaut sich die gute Bewertung aber durch die Datenschutz-Defizite. Und landet damit letztlich nur im Mittelfeld.

Unterm Strich sind alle untersuchten Supermärkte höchstens „befriedigend“. Testsieger ist – trotz des angefallenen Müllbergs – Mytime (2,7). Bringmeister landet auf Platz zwei. Nur knapp an der Note „mangelhaft“ schlittert Food.de vorbei (4,5) und ist somit der am schlechtesten bewertete Onlineshop. Bis der Lebensmitteleinkauf im Internet für den Verbraucher wirklich gut klappt, haben die Anbieter also ganz offensichtlich noch viel Arbeit vor sich.

NGIN Food und Gründerszene haben den Testsieger Mytime schon ausprobiert – und sich ebenfalls über viel Verpackungsmüll geärgert:

Mytime: Viel Verpackung und ein bisschen Lebensmittel

Mytime will Obst, Snacks und Käse schnell und sicher zu dem Kunden nach Hause liefern. Wir haben den Service getestet – und werden es nicht wieder tun.

Bild: Gründerszene

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