Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Das Startup Mitte darf sein Wasser nicht mehr gesund nennen

Seit drei Jahren tüftelt das Berliner Startup Mitte an einer Maschine, die Leitungswasser aufbereiten soll. Jetzt darf es sein Wasser nicht mehr gesund nennen.

Ein Wasser, so rein und klar wie aus der Natur, durch mehrere Gesteinsschichten mineralisiert: Das will das Berliner Startup Mitte anbieten. Hierfür entwickelt es seit mehr als drei Jahren eine Maschine, die Leitungswasser filtern und mit Mineralien und Spurenelementen versehen soll. Bei der Crowd kam das Konzept gut an: Insgesamt 335.000 Euro bekam das Berliner Unternehmen Ende 2017 über Kickstarter- und Indiegogo-Kamapgnen. Geldgeber wie Atlantic Food Labs und Doehler Ventures investierten zudem Millionen in das Startup. 

Allerdings gestaltet sich die Produktion der Maschine als schwierig, das Startup musste bereits mehrfach den Liefertermin verschieben. Ursprünglich sollte die Maschine bereits im April 2018 in den Küchen der Anhänger stehen. Auf Anfragen von Gründerszene ist hier mittlerweile von Anfang nächsten Jahres die Rede – nochmals einige Monate später als zuletzt verkündet.

Und jetzt gibt es noch ein weiteres Problem für das junge Unternehmen. Der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) beschwerte sich bei dem Startup, weil es die Formulierung „gesundes Wasser“ verwendet. Gegenüber Gründerszene verweist der VDM auf die sogenannte Health-Claims-Verordnung, nach der für nähwert- oder gesundheitsbezogene Aussagen genaue Regeln existieren. Mitte-Gründer Karan Sarin erläutert: „Grund sind EU-Gesetze, nach denen die Konzentration an Mineralien im Wasser sehr hoch sein muss, damit man es als gesund bezeichnen darf." Und Mitte erfülle diese Kriterien nicht, der Gehalt an Mineralien läge unter der EU-Vorgabe. „Die allermeisten anderen Mineralwasser-Hersteller erreichen das aber auch nicht, wie zum Beispiel Gerolsteiner", so Karan.

Auf seiner Webseite hat das Startup eine entsprechende Formulierung bereits geändert. Bis vor wenigen Tagen warb es da noch sinngemäß mit den Worten: „In einem einzigartigen Prozess" versetze die Maschine Wasser mit Mineralien und Spurenelementen, die andere Filter entfernen würden. Dadurch erhalte man Wasser, das nicht nur sauber, sondern gesund sei.

Heute heißt es im letzten Satz: Man erhalte Wasser, das nicht nur sauber, sondern auch voller wichtiger Nährstoffe sei.

Kommt die Wassermaschine von Mitte überhaupt noch?

Die Crowd hat den Wasserfilter des Berliner Startups Mitte gefeiert. Doch die Auslieferung des Geräts wurde mehrfach verschoben. Nun will Mitte erneut Geld einsammeln.


Bild: Mitte

Folge NGIN Food auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain