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Schon am ersten Tag steht das Startup Share in Tausenden Supermärkten

Das Berliner Startup Share geht heute an den Markt. Seine Produkte stehen schon in 5.000 Filialen von Rewe und dm. Wie hat der Gründer das geschafft?

Gewinn spielt für den Gründer Sebastian Stricker keine Rolle. Vor vier Jahren launchte der gebürtige Österreicher die Non-Profit-App ShareTheMeal: Darüber können die Nutzer hungernden Kindern mit einem Klick eine Mahlzeit spenden. Jetzt hat Stricker ein neues Projekt gestartet: Share. Dabei erhält ein bedürftiger Mensch für jedes verkaufte Share-Produkt einen vergleichbaren Artikel, nach dem sogenannten 1+1-Prinzip.

Zum Beispiel verkauft Share Bio-Nussriegel und im Gegenzug bekommt ein Mensch in Not eine Portion Essen. Für eine verkaufte Flasche Mineralwasser wird für eine Person Trinkwasser für einen Tag finanziert. Und pro Stück veganer Seife verteilen Hilfsorganisationen ebenfalls Seife an Bedürftige. Aktuell kooperiert Share dabei mit dem Welternährungsprogramm der UN, der Berliner Tafel und der Aktion gegen den Hunger. Über einen QR-Code können Käufer verfolgen, wo die Spenden in der Welt verteilt werden.

Großer Aufschlag im Einzelhandel

Insgesamt gibt es bisher zehn Produkte. Mit denen geht Stricker am heutigen Montag in den Verkauf. Schon am ersten Tag sind seine Waren in 5.000 Filialen von Rewe und dm zu finden, obwohl der Schritt in den Einzelhandel für Startups üblicherweise schwierig ist. Wie hat der Gründer das geschafft?

Für Stricker war das Netzwerk entscheidend. Er kannte bereits mehrere Manager bei Rewe und dm und hat so einen Termin bei den Konzernen erhalten. „Wir haben den Vorständen unsere Idee gepitcht und sehr gute Reaktionen bekommen“, erzählt der CEO. „Rewe und dm helfen uns sogar beim Marketing und der Supply Chain. Sie haben sogar angeboten, bei Lieferantendiskussionen miteinzusteigen.“ Laut Stricker haben die Handelsketten letztlich drei Millionen Produkte vom Berliner Startup abgenommen und somit die Erstproduktion komplett finanziert. Würden alle Müsliriegel, Wasserflaschen und Seifen verkauft, könne Share seine Kosten bis Ende des Jahres deckeln.

Die Rechnung sieht dabei so aus: Müsliriegel sollen beispielsweise ab 1,50 Euro im Handel angeboten werden. Fünf bis 17 Prozent des Verkaufspreises werden dann an die Hilfsorganisationen geschickt. Der Rest wird für benötigt, um die Kosten zu decken. Gewinne möchte Share nicht erzielen, da die Gründer ihr Startup als soziales Unternehmen verstehen und vorrangig Menschen in Not helfen wollen.

Share verkauft Nussriegel, Seife und Mineralwasser in verschiedenen Größen

Neun Mitarbeiter beschäftigt Share heute. Stricker, Iris Braun, Ben Unterkofler und Tobias Reiner haben das Startup im April 2017 gegründet. Atlantic Food Labs, der Hersteller von Lebensmittel-Zusatzstoffen Döhler und Business Angel Andreas Berger, der bereits Geld in GreenGuru und Selo gesteckt hat, haben in Share investiert. Die Finanzierungssumme wollte der CEO nicht verraten.

Denselben Ansatz wie Share verfolgt auch das Hamburger Startup Lycka. Seit 2014 sind die Frozen Yoghurts, Müsliriegel und Eiskaffees in mittlerweile 4.000 Supermärkten zu kaufen, um damit Kindern in Burundi und Mali eine Schulmahlzeit finanzieren zu können. Über eine Million Euro will Lycka damit 2018 umsetzen. Das Startup behält im Gegensatz zu Share einen festen Cent-Betrag pro verkauftem Produkt.

Nicht nur die Idee, auch der Wettbewerb scheint sozial zu sein. Eine Konkurrenz sieht Stricker in dem Hamburger Startup nicht. Im Gegenteil: Lycka hätte Share sogar dabei geholfen, ein Netzwerk aufzubauen. Der Markt sei schließlich groß genug, betont der Share-Gründer.

Bilder: Gene Glover & Viktor Strasse / Share Foods

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