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Wie ein Trinkbecher aus dem 3D-Drucker Leitungswasser in Energydrinks verwandelt

Das US-Startup Smart Cups druckt Softdrinks, Kaffee oder Tee in Becher aus Bioplastik. Das soll Platz und Kalorien sparen – funktioniert aber nicht ohne Chemie.

Das Image von Energydrinks ist eigentlich nicht das beste. Die meisten am Markt erhältlichen Sorten gelten als zu zuckerhaltig und können – vor allem in Verbindung mit Alkohol – negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Dennoch konsumierten 2017 knapp 2,9 Millionen Menschen in Deutschland mehrmals pro Woche Getränke wie Red Bull. Im Land der zuckerhaltigen XXL-Erfrischungsgetränke geben Verbraucher jährlich mehrere Milliarden US-Dollar für Energydrinks aus.

Das kalifornische Startup Smart Cups hat den anhaltenden Trend offenbar zum Anlass genommen, einen speziellen Trinkbecher für ein vermeintlich weniger gesundheitsschädliches Getränk zu kreieren. Die Behälter des 2011 gegründeten US-Unternehmens kommen aus dem 3D-Drucker. Am Boden eines jeden Bechers befinden sich sogenannte Mikrokapseln, die sehr dünn und wabenförmig angeordnet sind. In ihnen sind je nach gewünschtem Endergebnis verschiedene Inhaltsstoffe gespeichert. Sobald die Kapseln zum Beispiel mit herkömmlichem Leitungswasser in Berührung kommen, lösen sich die Inhaltsstoffe und gehen in die Flüssigkeit über. Umrühren ist nicht notwendig. Das Ergebnis: Trinkfertige Energydrinks in bislang vier Geschmacksrichtungen.

Die Macher von Smart Cups geben an, dass das Druck- und Mischverfahren für jedes denkbare Getränk einsetzbar sei, egal ob Softdrink, Saft, Kaffee oder Tee, Heiß- oder Kaltgetränke, mit oder ohne Kohlensäure. In einem Promotion-Video spricht Smart Cups von der Möglichkeit, dass andere Getränkeunternehmen ihre Produkte in eigens gebrandete 3D-Becher drucken lassen. In dem Video werden auch die angeblichen Vorteile der Becher beworben: durch ihr geringeres Volumen würden sie weniger Platz in Supermarktregalen einnehmen und könnten Transportkosten reduzieren. Zudem heißt es, die Becher bestünden aus Pflanzenbestandteilen und seien zu 100 Prozent biologisch abbaubar. 

Nicht ohne Chemie

Kalorien enthalten die bislang verfügbaren Sorten keine, dafür lesen sich die Zutatenlisten aber wie ein Chemielehrbuch: Die Sorte „Pucker Up Brain Boost“, auf der Packung mit Bildern von frischen Himbeeren und Zitronen beworben, enthält beispielsweise Zitronensäure, das Kohlenhydratgemisch Maltodextrin, Natriumhydrogencarbonat, die Aminosäure L-Arginin, jede Menge zugesetzte Vitamine und „natürliche Aromen”. In Deutschland sind die Becher bislang noch nicht zu haben. In den USA kosten fünf beziehungsweise zehn Becher zwischen 11,99 und 17,99 Dollar.

Unternehmensangaben zufolge ist die Technologie patentiert. Sie stammt von der US-Ingenieursfirma The Additive Advantage, deren Chef Salvatore Celeste die Becher zusammen mit Smart-Cups-CEO Chris Kanik entwarf. Der sieht die Technologie nun unter anderem auch in der Pharmaindustrie und dem Markt für Wasseraufbereitung.

Hier zeigt das Startup, wie Wasser im Becher zum Energydrink wird:

Bild: Screenshot Smart Cups

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