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Warum das US-Liefer-Startup Shipt für Target 550 Millionen Dollar wert ist

Die Einzelhandelskette Target zahlt 550 Millionen Dollar für den Lieferdienst Shipt. Die Übernahme zeigt, wie angespannt die Lage auf dem US-Lebensmittelmarkt ist.

Während in Deutschland mit Kaufland und Lidl zuletzt große Supermarktketten aus dem Liefergeschäft ausstiegen, nimmt der Markt in den USA weiter Fahrt auf. Der US-amerikanische Einzelhändler Target hat jetzt das Liefer-Startup Shipt aus Alabama übernommen und dafür 550 Millionen US-Dollar gezahlt. Target plant mit dem neuen Lieferdienst, bald schon flächendeckend Same-Day-Delivery anbieten zu können. Der Service soll bis Ende 2018 in allen 1.800 Filialen angeboten werden.

Für Target scheint der Zukauf nötig geworden zu sein, da auch Konkurrenten wie Wal-Mart und Best-Buy Lieferungen am selben Tag anbieten. Zuletzt hatte Wal-Mart den Paketdienst Parcel gekauft. Zudem schwebt der Markteintritt von Amazon nach wie vor wie ein Damoklesschwert über dem Lebensmittelmarkt in den USA. Wie Target mitteilte, konnte Shipt seine digitalen Ziele schneller erreichen als geplant. „Mit Shipts Netzwerk von lokalen Einkäufern und seiner Marktpräsenz bewegen wir uns bei der Lieferzeit von Tagen zu Stunden“, fügte John Mulligan, Geschäftsführer von Target an.

Auch Lidl arbeitet in den Vereinigten Staaten mit Shipt zusammen. Die Kooperation mit dem deutschen Discounter soll bestehen bleiben. Trotz der Millionenübernahme soll das Geschäft des Startups mit anderen Partnern sogar noch ausgebaut werden.

Bill Smith hatte Shipt vor etwas mehr als drei Jahren gegründet und von Investoren wie Greycroft und E.Ventures Kapital in Höhe von 65 Millionen US-Dollar bekommen. Er wird auch nach der Millionenübernahme weiterhin CEO bleiben. Aktuell beschäftigt Shipt über 20.000 Lieferanten. Anders als die meisten Konkurrenten konzentriert sich das Unternehmen nicht nur auf die Großstädte an der Ost- und Westküste, sondern bedient auch den ländlichen Raum. Ähnlich wie Amazon zahlen Kunden bei Shipt nicht pro Lieferung, sondern schließen eine Mitgliedschaft für 99 Euro pro Jahr ab. Die Einkäufe werden nicht auf Abruf geliefert, sondern in verschiedenen Zeitfenstern, von denen der Kunde sich ein jeweils passendes aussuchen kann.

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Bild: Getty Images / Gustavo Caballero / Staff

 

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