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Rocket liquidiert Tiefkühl-Startup

Ursprünglich als Lieferdienst für Tiefkühlgerichte gestartet, wollte Everdine einen Lunch-Kühlschrank auf den Markt bringen. Nun wurde das Startup eingestellt.

Rund ein Jahr lang hat der Essenslieferdienst Everdine versucht, seinen Betrieb mit einem neuen Geschäftsmodell zu retten. Erfolglos. Im September wurden die deutsche GmbH sowie die britische Limited des Rocket-Startups liquidiert, wie aus den Handelsregistern zu erkennen ist. Der Grund ist unbekannt. „Kein Kommentar“, heißt es von Eigentümer Rocket Internet auf Nachfrage von Gründerszene und NGIN Food. CEO Johann Brinkmann bestätigt zwar, dass er nicht mehr bei Everdine beschäftigt ist, will sich zum Aus seines Unternehmens aber auch nicht äußern.

Everdine, 2015 als Lieferservice für Tiefkühlessen gegründet, agierte nur in Großbritannien. Das Geschäft führte der Rocket-Manager Andreas Jägle, der mittlerweile Managing Director bei Heartbeat Labs ist. Der konnte den Lieferdienst allerdings nicht erfolgreich aufbauen. Aus den Zahlen von 2017 geht hervor, dass Everdine in England mehr Verlust als Umsatz verbucht hat. Jägle verließ das Unternehmen 2018 und gab den Chefposten an den CFO Johann Brinkmann sowie seinen Mitarbeiter Anton Crux ab. Unter der neuen Führung zog sich das Startup vom britischen Markt zurück. 

Der Start wurde verschoben

Als neues Geschäftsmodell wollte Everdine einen Lunch-Kühlschrank mit integriertem Gefrierschrank, Mikrowelle und Bezahlsystem entwickeln. Im Februar sollte das Startup die ersten Produkte zeigen können, hieß es Anfang des Jahres von Brinkmann. Den Start musste das Startup dann aber verschieben. Ob das Rocket-Venture jemals Kühlschränke produziert und auch verkauft hat, ist unklar.

Weder Jägle noch Crux waren auf Nachfrage zu erreichen. Der für die Liquidation zuständige Rechtsanwalt Lutz Beyermann schreibt: „Zu den Gründen für den Eintritt in die Liquidation oder die Zahl der zuletzt beschäftigten Mitarbeiter liegen mir keine Informationen vor.“ Laut Bundesanzeiger arbeiteten 2018 im Schnitt fünf Personen bei der deutschen Firma. Die Website von Everdine ist offline. Die Telefonnummer ist abgestellt und auch auf den sozialen Netzwerken ist es seit über einem Jahr still um Everdine geworden.

Hellofresh brachte vor zwei Jahren ebenfalls einen Lunch-Kühlschrank auf den Markt, beliefert den Essensautomat aber mit frischen Produkten. Dieses Konzept verfolgen auch Startups wie How I Like und Lunch Vegaz.

Bild: Everdine

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