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Wie Lycka mit Teatox gegen Nestlé antreten will

Teatox setzt mit Tee Millionen um, Lycka mit Eis. Jetzt gehören beide zur selben Food-Gruppe. Mit Gründerszene haben sie über ihre Pläne gesprochen.

Das Hamburger Food-Startup Lycka hat alle Anteile des Berliner Tee-Startups Teatox übernommen. Lycka verkauft Bio-Lebensmittel wie Eis, Cold-Brew-Kaffee und Powerriegel, spendet mit jedem verkauften Produkt bedürftigen Kindern eine Schulmahlzeit. Erst vor wenigen Wochen hatte das Startup eine Finanzierungsrunde in Höhe von drei Millionen Euro vermeldet. 

Teatox produziert funktionale Tees für eine glänzende Haut oder gesunden Schlaf und wurde 2013 von den beiden Freunden Felix Ilse und Michael Decker in Berlin gegründet. Details zur Übernahmesumme will Ilse im Gespräch mit Gründerszene und NGIN Food nicht nennen. Mit dem Kauf hat Lycka die Anteile der Gründer und aller bisherigen Investoren wie etwa Seven Ventures oder Cherry Ventures übernommen. Die beiden Teatox-Chefs selbst hielten zuletzt jeweils 12,5 Prozent an ihrem Startup. 

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Teatox bleibt nach dem Verkauf als eigenständige Marke bestehen. Die beiden Gründer wechseln nun ins Management ihres neues Eigentümers und bekommen Anteile an Lycka, so Ilse. Wie groß die Beteiligung an ihrem neuen Käufer ist, will der Berliner Gründer allerdings nicht sagen. 

Kräfte bündeln gegen Nestlé und Co 

Die Teatox-Macher seien schon lange mit Lycka-Gründer Felix Leonhardt befreundet, so Ilse. Gemeinsam hätten sie sich entschieden, ihre Expertise in einer Food-Gruppe unter dem Dach von Purefood zu bündeln. Purefood ist die GmbH hinter der Marke Lycka. „So wollen wir den großen Playern wie Nestlé und Co etwas entgegensetzen“, sagt Ilse. Die Gründer glauben, dass sich die beiden Marken gut ergänzen würden. Zum Beispiel beim Thema Vertriebswege: Lycka habe sich bisher ausschließlich auf den stationären Handel fokussiert. Teatox sei ursprünglich als reines E-Commerce-Modell gestartet. 

Teatox beschäftigte zuletzt sieben Mitarbeiter, 2016 waren es noch zwanzig. „Wir haben uns in letzter Zeit ziemlich verkleinert“, sagt Ilse. Das liege daran, dass das Startup die Logistik und den Vertrieb an externe Partner abgegeben habe. Die verbliebenen Mitarbeiter des Tee-Startups werden übernommen und mit dem Lycka-Team zusammengelegt, so Ilse. Mit dem neuen Zuwachs kommt das Hamburger Eis-Startup jetzt auf insgesamt 40 Angestellte. Die beiden Standorte Hamburg und Berlin sollen bestehen bleiben.

Laut Bundesanzeiger schrieb Teatox 2018 einen Jahresfehlbetrag von rund 1,3 Millionen Euro – etwa 20 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der Teatox-Gründer erklärt das hohe Minus mit dem Mediabudget, das das Startup zwar auflisten, aber durch seine Kooperation mit ProsiebenSat1 nicht tatsächlich bezahlen musste. Aktuelle Umsatzzahlen des Tee-Unternehmens möchte Ilse nicht nennen, es handle sich aber um eine höhere siebenstellige Summe.

Teatox ist nicht das erste Food-Startup, was Lycka übernommen hat. Vor etwa zwei Jahren kaufte die Hamburger Firma ihren Konkurrenten Iwice aus der drohenden Insolvenz, vertreibt deren Proteineis und Porridge nun unter der Marke Stark. Neben Teatox, Lycka und Stark wollen Ilse, Decker und Leonhardt nun noch weitere Food-Marken aufbauen, die in das Portfolio passen – das heißt: gesunde, pflanzliche und sozial nachhaltige Lebensmittel.

Ilse ist ebenfalls als Business Angel im Food-Bereich aktiv. Er hält unter anderem Anteile an Startups wie Marmetube, das eine Marmelade aus der Tube entwickelt, und dem alkoholfreien Wein Kolonne Null.

Bild: Teatox

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