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Holt sich dieser Gründer Verstärkung gegen Amazon und Co.?

US-Medien berichten über einen möglichen Zusammenschluss der Lieferdienste DoorDash und Postmates. Dessen deutscher Gründer könnte damit sein Ziel erreichen.

Als Bastian Lehmann in die USA auswanderte und dort den Lieferdienst Postmates gründete, hatte er ein klares Ziel. „Bald mit guten Margen Gewinne zu machen, stand bei uns immer auf dem Plan“, erzählte er Gründerszene 2016. Der Break-Even sollte laut Lehmann Ende 2017 erreicht werden. Drei Monate später und sieben Jahre nach der Gründung hat das noch immer nicht geklappt. Auch das ist ein Grund, weshalb an den aktuellen Meldungen der US-Food-Szene etwas dran sein könnte.

Demnach beraten Postmates und der Konkurrent DoorDash über einen Zusammenschluss. Lehmann selbst habe darüber mit dem DoorDash-CEO Tony Xu gesprochen, wie das US-Magazin Recode berichtet. Strittig sei, welcher der beiden Gründer das Unternehmen nach dem Zusammenschluss leiten solle. Lehmann habe sich aber in Gesprächen mit Vertrauten optimistisch gezeigt, dass es zu einem Zusammenschluss kommen würde. Tatsächlich wäre es ein Deal, der beiden Seiten nutzen könnte.

Neben der ausbleibenden Profitabilität hat Postmates nämlich noch ein anderes Problem. Das Startup, das laut Crunchbase insgesamt 278 Millionen US-Dollar an Finanzierungsgeldern eingesammelt hat, verfügt damit auf dem US-Liefermarkt wohl über das geringste Kapital unter den großen Anbietern, die den Markt der Lieferungen von Restaurants unter sich aufteilen. Auch im Bereich der Supermarkt- und Non-Food-Lieferungen sieht sich das Startup mit Amazon Prime, Instacart oder Shipt Wettbewerbern gegenüber, hinter denen entweder große Unternehmen stehen oder die deutlich höhere Investitionssummen eingefahren haben. DoorDash selbst hat erst vor einem Monat 535 Millionen Dollar von dem japanischen Tech-Konzern SoftBank erhalten. Die Finanzierungsfrage könnte für Postmates durch einen Zusammenschluss geklärt werden. 

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Und auch DoorDash könnte von einer Fusion profitieren. Das Startup verfügt zwar über frisches Kapital, tut sich allerdings schwer, sich gegen die Wettbewerber auf dem Markt der Restaurant-Lieferungen durchzusetzen. Neben Postmates sind das GrubHub, UberEats, Amazon Restaurants und Caviar. GrubHub deckt einer Erhebung der US-Datenanalysten Second Measure zufolge über 50 Prozent des Markts ab – und ist allein wegen der Größe und einer Bewertung von rund 8,5 Milliarden US-Dollar schwer anzugreifen. Hinter UberEats und Amazon Restaurants stehen milliardenschwere Tech-Konzerne. Und auch Caviar weiß das Erfolgsstartup Square hinter sich. Mit Postmates zusammen würde DoorDash einen Marktanteil von 25 Prozent erreichen – und wäre damit auf einmal der zweitgrößte Akteur.

Vor weniger als einem Monat fragte NGIN Food noch bei Postmates nach, wie die Exit-Strategie des Startups aussehe. Damals hieß es, man betrachte alle Optionen und entscheide nach dem, was für das Unternehmen und die Mitarbeiter am besten sei. Außerdem arbeite man weiter auf den von Lehmann angekündigten Börsengang hin. Zusätzliche Details gebe es aktuell nicht.

Nach eigenen Angaben ist Postmates derzeit in mehr als 50 US-Städten und in Mexico City aktiv. 550 Mitarbeiter und 160.000 Fahrer seien für das Unternehmen im Einsatz und lieferten monatlich mehr als 2,5 Millionen Bestellungen aus. 75 Prozent der Fahrten sind demnach Lebensmittel-Lieferungen. 

Mehr als 500 Millionen Dollar für US-Lieferdienst DoorDash

In der Series D hat der kalifornische Foodora-Konkurrent DoorDash 535 Millionen Dollar eingesammelt – und wird damit das nächste Unicorn unter den Lieferplattformen.


Bild: Postmates  

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