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Was ein Plastik-Verbot für McDonalds, Subway und Co. bedeuten würde

Bei Fast-Food-Ketten gehören Wegwerf-Verpackungen zum Konzept. Doch die Unternehmen wähnen sich auf einem guten Weg, ihren Plastik-Müll zu reduzieren.

Fast-Food-Ketten wie McDonald's, Burger King oder Subway haben jetzt einiges zu tun. Sie müssen an das ran, was bisher fest zu ihrem Konzept gehört: schnelles Essen in Wegwerf-Verpackungen. Die EU will weniger Plastik. Und obwohl bei den Fast-Food-Ketten einiges inzwischen aus Papier besteht, finden sich in den Restaurants dennoch Plastikprodukte, die künftig dem EU-Verbot zum Opfer fallen sollen. 

So sind Strohhalme aus Plastik bei McDonald's, Burger King, Subway und Co. noch immer in Massen zu finden. Alternativen gibt es dort bisher keine. Wer als Kunde plastikfrei essen will, dem bleibt nur der einfache Becher — ohne Deckel und ohne Strohhalm. Denn ohne Plastikdeckel kommen auch die Pappbecher in den Restaurants bisher nicht aus.

Salat kommt in vielen Fällen noch immer in Plastikschalen daher. Beim dazugereichten Besteck sieht es nicht anders aus. Ein Tablett, auf dem der Kunststoff nicht vertreten ist, findet sich auf den Tischen der Fast-Food-Restaurants derzeit kaum. Das Konzept der Ketten basiert auf Wegwerf-Geschirr.

McDonald's testet Papierstrohhalme in Belgien und Großbritannien

Das will die EU in Zukunft aber nicht mehr sehen. Einweg-Plastikgeschirr- und Besteck, Strohhalme und auch Plastikhalterungen von Luftballons sollen verboten werden. Demnach müssten sich Burger King und McDonald's auch bei den Werbeballons, zu denen Kinder gern beim Restauranbesuch greifen, etwas neues einfallen lassen. In den Restaurants der Fast-Food-Ketten dürfte sich womöglich bald einiges ändern.

Die Ketten nehmen das bisher ziemlich gelassen. McDonald's gibt sich jedenfalls wenig erschüttert vom geplanten Verbot. „Die vorgeschlagene Richtlinie der EU Kommission geht auch mit unseren eigenen Zielen einher, Recyclingquoten zu erhöhen und Verpackungen generell und insbesondere Kunststoffe zu reduzieren“, erklärt eine Sprecherin von McDonald's auf Nachfrage von Business Insider. Im Übrigen wolle das Unternehmen nicht nur in der EU Plastik reduzieren, sondern weltweit.

McDonalds' Digitalchef: „Wir müssen auf dem Smartphone präsenter werden.“

Nicolas von Sobbe ist Digital Director bei McDonalds Deutschland. Im Interview erzählt er, wie er die Fast-Food-Kette modernisiert und was er von Foodora gelernt hat.

„In Deutschland beträgt der Recyclinganteil von Verpackungen aktuell bereits rund 70 Prozent“, heißt es von McDonald's weiter. Man arbeite bereits daran, nachhaltige Lösungen für Produkte wie Plastikstrohhalme, Einweggeschirr oder Luftballonhalter zu finden, die „gleichzeitig unsere hygienischen und operativen Anforderungen im Restaurantalltag erfüllen“. Dafür habe McDonald's bereits Papierstrohhalme in Großbritannien und Belgien getestet.

In Deutschland versuche man in den sogenannten „Restaurants der Zukunft“, den Kunden heiße Getränke vor Ort in Glas- oder Porzellangeschirr zu servieren. „Außerdem können unsere Gäste seit Ende 2016 ihren Kaffee zum Mitnehmen in ihren selbst mitgebrachten sauberen Becher füllen lassen und bekommen dafür zehn Prozent Rabatt von uns“, so die McDonald's-Sprecherin weiter. Seit Ende April beteilige sich zudem ein Franchise-Nehmer in Augsburg am Recup-System. Das sind Becher, die später bei anderen Recup-Partnern wiederverwendet oder abgegeben werden können.

Subway will 100 Prozent recyclebare Verpackungen

Bei der Sandwich-Kette Subway ist man mit Aussagen zu künftigen Plänen was Plastik angeht, zurückhaltender. „Wir tragen die Verantwortung, die verbrauchten Ressourcen, die potenziell entstehenden Abfälle und die allgemeinen Umweltauswirkungen in unseren Gemeinden auf der ganzen Welt zu minimieren“, sagt eine Subway-Sprecherin gegenüber Business Insider. Dafür optimiere man den Einsatz von Verpackungen, Schalen und Servietten und verbessere das Design der Verpackungen.

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Subway habe sich vorgenommen, dass Verpackungen in den Restaurants zu 100 Prozent recyclingfähig sein sollen. Zudem wolle man „Recycling-Materialien in unseren Papier- und Kunststoffverpackungen erhöhen“. Wie genau der Kunde künftig sein Essen bei Subway serviert bekommt, sollte das geplante Verbot der EU angenommen werden — Werden Strohhalme ersetzt? Fallen Plastikschüsseln weg?— , ist von Subway nicht zu erfahren. Man verfolge die Abstimmung über das EU-Verbot jedoch aufmerksam, so Subway weiter.

Burger King dürfte in seinen Restaurants ebenfalls einiges ändern müssen, wenn es zum Verbot von Plastikgeschirr kommt. Auch hier bekommen Kunden derzeit Strohhalme, Schüsseln und Besteck, auf die die Fast-Food-Kette künftig wohl verzichten muss. Ein Statement dazu, wie diese Umstellung bei Burger King aussehen könnte, gab es von dem Unternehmen bisher allerdings nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider 

 
Bild: Getty Images / Sean Gallup / Staff

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