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Der 100-Millionen-Lieferdienst Picnic startet in Deutschland

Der Lebensmittel-Lieferservice Picnic will in den Niederlanden den Massenmarkt erobern – in dieser Woche kommt er nach Deutschland. Los geht es in NRW.

Am Ende dieser Woche wird Deutschland um einen Lebensmittellieferdienst reicher sein: Das niederländische Startup Picnic hat angekündigt, nach Deutschland zu expandieren. Zunächst wird der Service in den nordrhein-westfälischen Städten Kaarst, Neuss und Meerbusch sowie im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel verfügbar sein. Der Online-Supermarkt plant, seinen Service im Laufe des Jahres Schritt für Schritt in weitere deutsche Städte zu bringen.

Das Prinzip von Picnic ist simpel: Wer bis 22 Uhr bestellt, bekommt seinen Einkauf am Folgetag in einem wählbaren Zeitfenster geliefert. „Das bedeutet, dass wir von den Großhändlern ganz exakt diese Menge bestellen“, erklärte Mitgründer Michiel Muller im Interview mit NGIN Food. „Anders als andere Händler müssen wir nichts auf Verdacht kaufen. So vermeiden wir Verschwendung.“ Ein Algorithmus soll außerdem die optimale Liefer-Route berechnen. Die Kunden können die Position ihrer Lieferung per App verfolgen.

Ein Lieferdienst in ein paar kleinen Städten in Nordrhein-Westfalen wäre für sich genommen nur eine Randnotiz. Doch ein Blick auf die Geschichte von Picnic zeigt, dass der Markteintritt das E-Food-Geschäft in Deutschland nachhaltig verändern könnte. Seit 2015 ist Picnic mit seiner Interpretation des Milchmann-Systems auf den Straßen der Niederlanden unterwegs, aktuell in 37 Städten. Mehr als 80.000 Menschen sind dort nach Unternehmensangaben auf der Plattform registriert. Da kein Fahrzeug auf dem Markt den Ansprüchen von Picnic genügt haben will, entwickelte das Startup seine eigenen, elektronischen Lieferwagen. Für sein Konzept sammelte Picnic im vergangenen Jahr 100 Millionen Euro ein.

In den Niederlanden soll E-Food den Massenmarkt erobern

100 Millionen Euro hat der Lebensmittel-Lieferdienst Picnic bekommen, um das ganze Land zu erschließen. Im Interview verrät der Gründer, wie das funktionieren soll.

Dass Picnic in NRW startet, ist zum einen der Tatsache geschuldet, dass man hier nah am niederländischen Heimmarkt ist. Zum anderen zeigt es aber auch, dass das Startup anders als etwa Bringmeister oder Amazon Fresh nicht nur auf die Metropolen setzt. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Massenmarkt erobern“, sagt Frederic Knaudt aus dem Gründerteam von Picnic in Deutschland. Das will er mit günstigen Preisen und Gratislieferungen schaffen. Funktionieren soll das, „weil wir anders als Supermarktketten keine hohen Mieten für Filialen bezahlen“.

In den Niederlanden wurde Picnic von Muller, Joris Beckers, Frederik Nieuwenhuys und Gerard Scheij gegründet. In Deutschland wird das Startup neben Knaudt von Arthur Oesterle und Manuel Stellmann geleitet. Zuletzt zeigten Umfragen, dass zwei Drittel aller Deutschen offen für Lebensmittel-Bestellungen im Internet seien. Bei den Lieferdiensten von Edeka und Rewe hatten sich zuletzt Meldungen gehäuft, dass die Nachfrage kaum bewältigt werden könne.

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Bild: Picnic

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