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Wiesenhof-Mutter PHW investiert in US-Startup für vegane Fischprodukte

Der Fleischproduzent steigt bei Good Catch ein, das Fake-Fisch auf pflanzlicher Basis herstellt. Derweil verzögert sich der Launch des veganen Burgers von Beyond Meat.

Viele Jahre galt der Fleischproduzent PHW als Symbol des gewissenlosen Fleischkonsums. Nach zahlreichen Skandalen war das Unternehmen zum Feindbild vieler Veganer geworden. Aktuell arbeitet PHW daran, diesen Ruf hinter sich zu lassen. Bereits im April dieses Jahres sicherte sich der niedersächsische Konzern die Rolle als Vertriebspartner des gehypten veganen Kult-Burgers von Beyond Meat in Deutschland und ist zudem strategischer Partner des In-Vitro-Startups SuperMeat. Nun investiert PHW, wozu auch die Marke Wiesenhof gehört, sogar in ein veganes Startup. 

Wie das Unternehmen heute bekannt gab, ist PHW bei dem US-Startup Good Catch eingestiegen. Über die Höhe der Beteiligung wahren beide Seiten Stillschweigen. Good Catch hatte allerdings erst am gestrigen Mittwoch eine Finanzierungsrunde in Höhe von insgesamt 8,7 Millionen US-Dollar bekannt gegeben, die von dem VC New Crop Capital angeführt wurde. 

Die Produkte des Startup entstehen auf pflanzlicher Basis. Um möglichst nah an den Geschmack und die Textur von echtem Fisch heranzukommen, verwendet Good Catch verschiedene Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Linsen, Bohnen oder auch Soja sowie Algenöl. Letzteres wird aus Meeresalgen gewonnen und soll dem Fake-Fisch den typisch salzig-meerigen Geschmack geben. 

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 „Unser Ziel ist es, Good Catch nicht nur in allen Fragen der Produktentwicklung für den europäischen Markt zu beraten, sondern unser Verständnis des europäischen Marktes zu nutzen, um den veganen Fischprodukten hier vor Ort möglichst schnell zum Erfolg zu verhelfen“, kommentierte Peter Wesjohann, der Vorstandsvorsitzende der PHW-Gruppe.

Chris Kerr, Chairman von Good Catch, sagte, er setze vor allem auf das breite Vertriebsnetzwerk von PHW, „damit wir in Europa einen guten Start haben“. Wann der Launch erfolgt, blieb allerdings unklar.

Warum investiert der Geflügelzüchter Wiesenhof in Fake-Fleisch?

Seit Anfang des Jahres arbeitet Wiesenhof mit zwei gehypten Startups zusammen: Supermeat und Beyond Meat. Der Fleischhersteller will künftig seine Strategie ändern.

Möglicherweise aus gutem Grund. Denn wie heute bekannt wurde verzögert sich der Verkaufsstart von Beyond Meat in Deutschland. Trotz einer neuen Fabrik kommt das Startup wegen der hohen Nachfrage nicht mit der Produktion nach, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Nicht nur der deutsche Markt, sondern auch die Supermarktkette Tesco in Großbritannien muss weiter auf die veganen Burger warten. Die Produkte hätten eigentlich spätestens im August auf den Markt kommen sollen. 

Bild: Good Catch Foods

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