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Bratpulver Paudar: Was hinter der Öl-Alternative steckt

Zwei Düsseldorfer Gründer suchen Kapital für ihre Idee vom kaloriensparenden und spritzfreien Bratfett. Dafür gehen sie in die Höhle der Löwen.

Ganz zufällig stießen die Düsseldorfer Wirtschaftsingenieure und Hobbyköche Johannes Schmidt und Deniz Schöne auf ihre Geschäftsidee. Eigentlich hatten sie ein Instant-Kaffeepulver auf den Markt bringen wollen. Beim Herumexperimentieren, das verrieten sie im Podcast „The Next“, lernten sie die Vorteile von Fettpulvern kennen: Kein Spritzen, höhere Hitzebeständigkeit und man benötigt nur kleine Mengen davon. Zudem sei es geschmacksneutral und eigne sich somit zur Zubereitung von Fisch, Fleisch, Gemüse oder Süßspeisen gleichermaßen.

Mit ihrem Produkt Paudar lassen sich durch die einfache und sparsame Dosierung zudem leicht Kalorien sparen, wirbt das Gründerduo. Für eine handelsübliche Pfanne sei ein Gramm Bratpulver nötig, was ungefähr neun Kilokalorien entspricht. Zum Vergleich: Bei herkömmlichem Öl kommen Verbraucher in etwa auf das Zehnfache, sagen Schmidt und Schöne.

Dass es beim Braten keine Spritzer gibt, liege am enthaltenen Sonnenblumenlecithin. Das binde feine Wassertropfen im Bratfett und sorge in der Pfanne für eine schöne Bräunung der Bratguts.

Hauptbestandteil von Paudar ist allerdings Palmöl. Das steht zwar gesundheitlich und vor allem ökologisch in der Kritik – für den Anbau der Palmen wird in Asien viel natürlicher Wald gerodet. Die Problematik scheint den beiden Firmengründern aber zumindest bewusst zu sein. Paudar bestehe aus zertifiziert nachhaltigem Öl aus Indien. Nur: Das Zertifikat stammt von einer Organisation, die maßgeblich von der Industrie getragen wird und in der Vergangenheit in der Kritik stand.

Eine Dose mit 125 Gramm Inhalt verkaufen die Gründer für 4,99 Euro. Nach der Produktion ist es noch mindestens 18 Monate lang haltbar.

Thelen, Dümmel, Glagau, Kofler, Williams oder Wöhrl – bei der Höhle der Löwen haben sich schon fast alle Juroren von neuen Food-Produkten überzeugen lassen. Darauf hoffen auch Johannes Schmidt und Deniz Schöne. Sie suchen nach einem Investment in Höhe von 125.000 Euro. Dafür wären sie bereit, 12,5 Prozent ihrer Anteile abzugeben. Will heißen: Sie selbst bewerten ihre Idee mit einer Million Euro.

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Hier ist die erste Ausgabe, den Podcast gibt es natürlich auch auf Spotify, Apple Podcast (in Kürze) und Deezer.

Bild: TVNOW / Frank W. Hempel

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