Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Dieses Startup trennt Smoothies nach Geschlechtern

Das baden-württembergische Startup vertreibt zwei Sorten Smoothies: Eine für Männer und eine für Frauen. Das sei gesundheitlich durchaus sinnvoll, sagen die Gründer.

Dass Kosmetik- oder Modemarken Männer und Frauen mit separaten Produkten bedienen, ist gang und gäbe. Aber auch in der Food-Branche findet man Produkte, die auf die Geschlechter abgestimmt sind: MyMuesli etwa bietet mit den Müslis „Kickstart Men“ und „Kickstart Women“ geschlechtsspezifische Mischungen an – bei Männern mit mehr Fett und in blauer statt pinkfarbener Verpackung. Die Firma Yogitea differenziert indes Teesorten nach Geschlecht: „Starker, würziger“, dunkelrot verpackter Tee für Männer, „leichter, lieblicher“, rosa verpackter für Frauen.

Man mag denken, nach Geschlechtern getrennte Lebensmittel seien Blödsinn. Sahin Güzel vom Smoothie-Startup Oyá sieht das anders: „Eine Marketing-Masche ist das nicht. Beide Geschlechter haben spezifische Nährstoffbedürfnisse“, erklärt er. Mit seinem Startup verkauft er daher spezielle Smoothies für Frauen und Männer. Rosa oder blau sind weder Verpackungen noch Fruchtmixturen, die Anpassung ans Geschlecht zeigt sich in der Zusammensetzung der Zutaten. „Sowohl Männer als auch Frauen brauchen alle Vitamine, aber in anderen Verhältnissen“, so Güzel. Im „for her“-Smoothie stecken daher wegen des bei Frauen höheren Eisenbedarfs mehr Leinsamen als im „for him“-Drink, in dem findet man dafür Brokkoli und Kokosmehl – „für einen höheren Selengehalt“, wie Güzel sagt. 

Auf die Idee zu seinem Startup kam der Gründer 2015 – da waren Smoothie-Anbieter wie True Fruits und Innocent schon längst auf dem Markt. Saturiert war der laut Güzel aber noch nicht. „Die Smoothies, die es gab, unterschieden sich hinsichtlich des Geschmacks, nicht des Nutzens“, meint er. Er habe damals viel Sport gemacht und sei auf der Suche nach einem Smoothie gewesen, der ihm die Vitamine gibt, die er als aktiver Mann braucht. 

Wie neue Smoothie-Startups am Markt überleben wollen

In Deutschland hat vor allem True Fruits zum Smoothie-Boom beigesteuert. Mittlerweile sind zahlreiche Startups nachgezogen, die sich am Markt versuchen.

Gemeinsam mit seinen Freunden Kainat Dakmaz und Andreas Bowsunowski sowie dem Ernährungswissenschaftlichen Institut der Universität Hohenheim arbeitete Güzel von da an an seinem geschlechtsspezifischen Vitamincocktail. Erst zweieinhalb Jahre später war er zufrieden mit der Mischung. Sie enthalte „geschlechterspezifisch und anteilig alle Nährstoffe, die der durchschnittlich in Deutschland Lebende benötigt“, sagt der Gründer.

Gesund oder lecker? Ein Spagat

„Den Spagat zwischen ,gesund‘ und ,schmackhaft‘ zu schaffen, hat lange gedauert“, lacht er. Der Geschmack sei für die Kaufentscheidung allerdings sekundär, im Vordergrund stehe der ernährungsphysiologische Aspekt: „Der Kunde weiß, dass er sich mit unseren Smoothies etwas Gutes tut“, meint Güzel. 

Seit September 2017 vetreibt er die Smoothies über Denn's Biomärkte in Baden-Württemberg und den Onlineshop, dort gibt es sie im Achter-Set für 23,92 Euro. Produziert werden sie aus Bio-Zutaten vom Dresdner Unternehmen Kinella. Derzeit kann Güzel sein Startup über einen Existenzgründerkredit der L-Bank Baden-Württemberg finanzieren. „Die Summe dient nur dazu, in den Markt einzutreten“, sagt er. Ab Mitte des Jahres hofft er auf eine Anschlussfinanzierung. Dann soll der Vertrieb auf den stationären Handel in ganz Deutschland ausgeweitet werden.

Bild: Oyá

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