Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Otto verkauft Big-Data-Unternehmen Blue Yonder

Blue Yonder weiß, wann der Joghurt im Regal schimmelt und der Supermarkt eine Rabattaktion starten sollte. Von der KI-Software will ein neuer Eigner profitieren.

Das Karlsruher KI-Unternehmen Blue Yonder wechselt seinen Besitzer. Die Firma ist 2008 als Joint Venture des ehemaligen CERN-Forschers und Professors Michael Feindt und des Hamburger Handelskonzerns Otto Group gestartet. Ende 2014 beteiligte sich das Private-Equity-Haus Warburg Pincus mit 75 Millionen Dollar an Blue Yonder. Ab August zieht die Firma unter das Dach von JDA Software, einem US-amerikanischen Anbieter für Supply-Chain-Lösungen.

Die Kaufsumme ist bisher nicht bekannt. Die Übernahme soll voraussichtlich im August abgeschlossen sein, teilen die Unternehmen mit. Laut Handelsregister gehörten sowohl der Otto Gruppe als auch Michael Feindt zuletzt 31,25 Prozent am Unternehmen, Warburg Pincus besaß 37,5 Prozent.

Blue Yonder hat ein Machine-Learning-Tool für den Handel entwickelt, das von Modeketten und Supermärkten eingesetzt wird. Die KI erkennt beispielsweise, ob Produkte noch verkaufsfähig sind oder bereits schimmeln, kann dadurch Prognosen für die Warenbestellung geben und die Lieferkette optimieren. In Deutschland zählen Kaufland und Selgros zu den Kunden von Blue Yonder.

Der neue Besitzer JDA Software arbeitet an einer ähnlichen SaaS-Lösung für die Lieferkette. Zu den weltweit 4.000 Kunden gehören beispielsweise Metro, Coca-Cola und Rossmann. Uwe Weiss, CEO von Blue Yonder, sieht die Übernahme als Chance, international zu expandieren: „Mit der globalen Ausrichtung von JDA haben wir eine hervorragende Möglichkeit, den Einsatz unserer KI-Lösungen in den größten und komplexesten Lieferketten der Welt voranzutreiben.“

Wie KI gegen Lebensmittelverschwendung helfen kann

Der Salat im Supermarkt fault, das T-Shirt hängt seit Monaten im Laden? Das geht auch anders – mit der Künstlichen Intelligenz von Blue Yonder aus Karlsruhe.


Bild: Noel Hendrickson / Getty Images

Folge NGIN Food auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain