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Dieses Getränke-Startup verzichtet bewusst auf Umsatzwachstum

Das Berliner Getränke-Startup Ostmost nutzt nur Obst von regionalen Bauern. Und limitiert sich damit selbst.

Bei Ostmost dreht sich alles um die Streuobstwiese. Auf diesen Wiesen teilen sich verschiedene Obstbäume den Raum mit Tausenden anderen Pflanzenarten und Tieren – eine biologische Vielfalt wie in einem kleinen Regenwald. Das komplette Gegenteil zur Monokultur also. Das Berliner Startup verwendet für seine Getränke ausschließlich Alte Apfelsorten, also solche, die Supermärkte heutzutage nicht mehr anbieten. Weil es in den neuen Bundesländern aber kaum noch bunte Obstwiesen gibt, möchte Ostmost den Erhalt dieser Biotope unterstützen. Mit Limonaden und Cider aus ostdeutschem Obst. 

Der gebürtige Nürnberger Bernd Schock hat die Streuobstwiesen Manufaktur GmbH, das Unternehmen hinter Ostmost, 2014 gemeinsam mit Dennis Meier und Harald Elm gegründet. Fünf Schorlen, einen Apfelsaft und zwei Cider bietet das junge Unternehmen in mittlerweile 350 Berliner Cafés und Bars sowie in ausgewählten Märkten von Bio Company, LPG und Alnatura an. Sogar eine Bar in Taiwan sowie in Oslo haben die Streuobst-Getränke auf ihre Karten genommen. Einen eigenen Onlineshop hat Ostmost nicht. Etwa eine halbe Million Flaschen haben die Gründer im vergangenen Jahr verkauft, dieses Jahr soll es eine Million werden. Eine Flasche verkauft das Startup für rund einen Euro.

Wie viel das Startup damit umgesetzt hat, möchten die Gründer nicht sagen. Doch sie wissen, dass ihnen ein natürliches Limit gesetzt ist: Mehr als vier Millionen Getränke im Jahr können sie nicht produzieren – mehr geben die Obstwiesen in den neuen Bundesländern nicht her. Das fünfköpfige Team will sich bewusst auf Ostdeutschland beschränken und nimmt diese Einschränkung dafür in Kauf. Die Ostmost-Gründer glauben, diese Grenze in frühestens vier Jahren erreicht zu haben. Eine zusätzliche Alternative könnte dann eine Cola sein, so das junge Unternehmen. 

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Und noch etwas unterscheidet Ostmost von anderen Saft-Startups: Das Team weiß nie, welche Apfelsorten in den Getränken verarbeitet werden. Dadurch kann jede Fertigung anders schmecken. Die Obstbauern bringen ihre Ernten zur Kelterei, wo alle Apfelsorten vermischt und zu Direktsaft gepresst werden. Der Saft ist zwei Jahre haltbar und kann bei Bedarf immer wieder weiterverarbeitet und abgefüllt werden. Die Bauern bekommen im Gegenzug einen Gutschein für fertigen Saft, den sie selbst in ihren Hofläden verkaufen. Durch das Lohnmostverfahren unterstützt Ostmost regionale Bio-Landwirte. Obendrein pflanzen die Gründer über ihren selbstgegründeten Verein Äpfel und Konsorten selbst Bäume auf Streuobstwiesen an, um neue Biotope zu erschaffen.


Bild: Ostmost

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