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Erst Tech-Gründer, jetzt Kaffeehändler

Hinter dem neuen Kaffee-Startup Oromo stehen bekannte Seriengründer wie Philip von Have. Klarna und Casper zählen wenige Monate nach dem Start bereits zu den Kunden.

Die drei Oromo-Gründer sind keine Unbekannten in der deutschen Startup-Szene: Der Hamburger Philip von Have (30) startete 2011 das Jobportal Tyba, später dessen Spinoff Sourced. Cecil von Croy (28) launchte vor drei Jahren sein Studenten-Startup Pluspeter. Und Constantin Nagel (39), Erbe des Münchner Modehauses Lodenfrey, investiert als Business Angel in Firmen wie Muun. Vor einem halben Jahr wechselten die Tech-Gründer die Branche und zogen ein Food-Startup hoch. 

Ihre Berliner Firma Oromo verkauft über einen Onlineshop hochwertigen Kaffee im Abo, sowohl an Privatpersonen als auch Büros. Das Kerngeschäft sollen jedoch Firmenkunden sein, so von Have im Gespräch mit Gründerszene und NGIN Food. Bei Bedarf vermietet, verleast oder verkauft das Startup auch Kaffeemaschinen. Ein Jura-Gerät koste beispielsweise monatlich 100 Euro inklusive Vollwartung. Aber: „Wir verdienen an den Maschinen fast nichts“, so von Have.

Oromo bietet Kaffeebohnen, Pulver und biologisch abbaubare Kapseln an. Im B2C-Geschäft erziele das Unternehmen etwa die Hälfte des Umsatzes mit den portionierten Kaffee-Kapseln. Derzeit lässt das sechsköpfige Team die Kapseln noch extern herstellen, will die Behälter in Zukunft aber selbst produzieren, sagt CEO von Have. Die Kaffeebohnen lässt das Berliner Startup in Berlin rösten, verpackt und verschickt die Produkte auch selbst. Nach eigenen Aussagen trinken Mitarbeiter von Casper und Klarna bereits den Kaffee von Oromo im Büro. Im nächsten Jahr wolle der Händler mehr als 100 Geschäftskunden bedienen und allein mit seinem Kaffee über eine Million Euro Außenumsatz machen, so der Geschäftsführer.

Von Have, von Croy und Nagel haben den Start mit einer sechsstelligen Summe finanziert. Die Pluspeter-Macher und der Investmentbanker haben sich kurz nach dem Launch im November aber aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und stehen dem CEO nun als Berater zur Seite. Michael Jäger ist vor zwei Monaten dazugestoßen und soll sich als Sales-Experte um die Unternehmenskunden kümmern. Er wird auch Anteile an dem Unternehmen erhalten. Derzeit sammelt Oromo ein sechsstelliges Funding ein, um sich eine eigene Röstmaschine leisten zu können. 

Kalter Kaffee kommt nicht aus der Nische

Vor drei Jahren brachten erste deutsche Startups Cold Brew auf den Markt. Da verdienten US-Firmen längst Millionen mit dem kalten Kaffee. Woran hapert es hierzulande?

Das Berliner Unternehmen Coffee Circle war 2011 einer der ersten Onlinehändler, der auf hochwertige Bohnen und fairen Handel setzte. Gerade in den vergangenen Jahren ist die Konkurrenz stark gewachsen: Model Sara Nuru startete 2017 mit ihrer Schwester Sali Nurucoffee, Roast Market verkauft seit 2015 Kaffee im Onlineshop und Bean United aus München verschickt seit 2017 Kaffee an Büros.

Bild: Oromo; Ein Hinweis zu Michael Jäger wurde nachträglich ergänzt.

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