Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Was wurde eigentlich aus dem Online-Wochenmarkt Frischepost?

Seit 2015 beliefert das Startup Hamburg mit Lebensmitteln aus der Region. Der Heimatmarkt ist profitabel. Nun gab es Millionen für die Expansion in weitere Städte.

Lebensmittellieferungen aus der Region – mit dieser Idee haben 2015 gleich zwei Startups begonnen. Der regionale Lebensmittelhändler Bonativo, ein Venture von Rocket Internet, musste seinen Shop nach 17 Monaten wieder schließen. Das Hamburger Startup Frischepost beliefert auch vier Jahre später noch Kunden. 

Im April 2015 schlossen die WHU-Absolventen Juliane Willing und Eva Neugebauer die ersten Partnerschaften mit Bauern und Winzern in der Umgebung ab. Im Onlineshop gibt es Milch aus dem Urstromtal, Äpfel aus dem Alten Land, Chips aus dem Friesland und Lammfleisch aus Nordhamburg – entweder im Abo oder einzeln.

Heute zählt das Gründerinnenduo mehr als 250 Lieferanten, die rund 2.500 Artikel auf Frischepost anbieten. Mitte 2016 waren es noch 450 Lebensmittel. Die Bauern bringen ihre Produkte erst in die Lagerhalle des Startups, wenn eine Bestellung eingegangen ist. Frischepost verpackt und liefert die Waren dann selber aus – an fünf Tagen in der Woche. Mehr als 20 Packer und Kuriere sind bei Frischepost angestellt, weitere 20 im Büro.

Bislang war das Startup nur im Hamburger Raum verfügbar, demnächst wolle der Onlineshop erstmals in weitere Großstädte wie Frankfurt und München expandieren. Die Gründerinnen wollten das Modell erst ausrollen, wenn der Heimatmarkt profitabel ist und fehlerfrei funktioniert, erzählt Willing im Gespräch mit Gründerszene und NGIN Food. Und das habe eben vier Jahre gedauert.

Erweitertes Geschäftsmodell mit Lunch-Kühlschränken

Bis zu 8.000 Haushalte und 200 Firmen beliefere Frischepost in der Hansestadt, heißt es vom Unternehmen. Der durchschnittliche Warenkorb sei mehr als 50 Euro groß, so die Gründerin. Seit einem Jahr vertreibt das Startup auch Kühlschränke für Unternehmenskantinen, ähnlich wie Hellofreshgo, Everdine und How I like. Mit diesem Konzept will sich das Startup breiter aufstellen. Die Geräte stehen beispielsweise im Büro des Klamottenshops About You, beim Limohersteller Fritz Kola und der Mobility-Plattform Wunder. Der Kühlschrank wird täglich mit frisch belegten Broten, Suppen und Salaten von Händlern aus der Region befüllt. Reste gebe das Startup an die Foodsharing-Initiative ab.

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Das B2B-Geschäft mit Kühlschränken und Bürolieferungen wachse derzeit am stärksten, so Willing. Wie viel Frischepost umsetzt, will die Chefin nicht verraten. Gerade habe das Hamburger Startup eine Finanzierungsrunde in siebenstelliger Höhe abgeschlossen, so die Chefin. Gegenüber dem Handelsblatt sagte das Duo im Januar, dass es zwei Millionen Euro anpeile. Neu eingestiegen seien unter anderem der Haferflockenhersteller Peter Kölln, Matthias von Bechtolsheim, Gründer der Kreativagentur Heimat sowie Matthias Willenbacher, Ex-Chef des Ökostromanbieters Juwi.

Bild: Frischepost

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