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Warum zwei Informatiker jetzt Smoothie-Bowls in Tüten verkaufen

Jeden Morgen Früchte schnippeln war diesen Frankfurter Unternehmern zu viel. Sie gründeten ein Startup, mit dem sie heute in vielen Supermärkten stehen.

Bunt garnierte Schüsseln voll Hafer- oder Früchtebrei sind ein beliebtes Instagram-Motiv. Philipp Reif und Tim Horn schwören auf die sogenannten „Smoothie-Bowls“. Während ihres dualen Wirtschaftsinformatik-Studiums bei der Deutschen Bank und T-Systems trainierten die beiden zusammen, beispielsweise für Triathlons – und aßen gerne gesund. Auch pürierte Früchte aus Schüsseln. „Ernährung war für uns schon immer ein großes Thema“, sagt Mitgründer Reif im Gespräch mit NGIN Food. „Deshalb haben wir nach Wegen gesucht, unsere private Leidenschaft mit unseren Informatikkenntnissen zu verknüpfen.“

Weil ihnen das Mischen der Früchte auf Dauer zu aufwändig war, experimentierten sie in der WG-Küche mit vorab zusammengestellten Mischungen aus Trockenfrüchten. Bei Freunden sei die Idee so gut angekommen, dass sich Reif und Horn vor eineinhalb Jahren dazu entschieden, ihre Instant-Smoothie-Bowls auch zu verkaufen. Heute zählt das Team um die beiden Gründer fast zehn Mitarbeiter. Unter dem Namen Oatsome vertreibt es vor allem online verschiedene Zusammenstellungen gefriergetrockneter Früchte, Samen und Haferflocken. Mit Kuh- oder Sojamilch im Mixer zubereitet, sollen die Mischungen innerhalb weniger Minuten zu sättigenden Smoothie-Bowls werden, verspricht das Startup.

Die Oatsome-Produkte stehen mittlerweile in 190 Supermärkten in Deutschland, etwa bei Edeka oder Hit. Diese Zahl nennt Oatsome selbst. Auf dem Weg in den Handel habe die Teilnahme an Edekas Startup-Programm geholfen, sagt Reif. Wichtig sei außerdem ihre Hartnäckigkeit gewesen: „Man muss immer wieder Klinken putzen und die eigene Idee vorstellen“, so Mitgründer Reif.

Horn und er steckten zunächst ihre eigenen Ersparnisse in das Frankfurter Smoothie-Startup, dann halfen zwei befreundete Studienkollegen mit einem kleinen Privatkredit aus. Eine Finanzierungsrunde im kommenden Sommer soll weitere 150.000 bis 200.000 Euro bringen. Damit soll auch das Offline-Geschäft angefeuert werden, das bislang erst 20 Prozent des Umsatzes ausmacht. Wie hoch der Umsatz genau ist, möchte Reif nicht sagen. Er gibt nur an, dass man im April rund 35.000 Portionen verkauft habe. Ein bis fünf Portionen stecken in einer Tüte. Pro 100 Gramm kosten die Smoothie-Portionen zwischen 3 Euro und 3,60 Euro.

Informatiker und Smoothie-Gründer: Philipp Reif (links) und Tim Horn

Auf sich aufmerksam macht Oatsome vor allem über Instagram – Kooperationen mit Bloggern sollen die Produkte bekannter machen. Die Kundschaft sei zu 95 Prozent weiblich. Das eigene Klientel, den männlichen Sportler, sprechen die Gründer also kaum an.

Mit Porridge-Anbietern wie dem DHDL-Startup 3Bears konkurriere man nicht, so Reif, da die Oatsome-Produkte hauptsächlich aus Früchten und nicht aus Haferflocken bestünden. Im Smoothie-Bereich ist neben Oatsome auch das Berliner Startup Lebepur mit Pulvern aus getrocknetem Gemüse und Obst aktiv. Etwas pulveriger sollen auch die Oatsome-Rezepturen in den nächsten Monaten werden, wie es von Reif heißt. Dann sollen sich die Oatsome-Smoothies auch ohne Mixer und mit Wasser anrühren lassen.

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Bild: Oatsome

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