Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Neuer Digitalchef – Netto will Onlinegeschäft massiv ausbauen

Mit neuem Onlineshop und eigener Lieferflotte will Netto nun auf E-Food setzen. Dafür holt die Edeka-Tochter einen alten Bekannten von der unmittelbaren Konkurrenz.

Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass Lidl einen neuen Digitalchef eingesetzt hat, ist eine ähnliche Personalie bei einem anderen Discounter fast untergegangen. Wie das Manager Magazin berichtet, hat die Edeka-Tochter Netto zeitgleich den Digitalexperten Philipp Götting als Head of Digital eingestellt. Zur Digitalsparte von Netto gehören neben Netto-Online auch Plus.de und Garten XXL. Der Großteil des Umsatzes erwirtschaftet die Digitaleinheit mit Haushalts- und Gartenartikeln. Der gelb-rote Discounter mit rund 4.200 Märkten in Deutschland ist bislang im Online-Handel kaum präsent. Das könnte sich nun ändern.

Dem Bericht zufolge soll E-Food zum neuen Umsatztreiber für Netto werden. Auch über einen Lieferdienst mit eigener Fahrzeugflotte soll nachgedacht werden. Für Götting ist diese Aufgabe nicht neu. Bis April 2017 war er Head of Digital bei Lidl. Dort baute er den Onlineshop des Discounters auf. Kurz darauf entschied der Konzernvorstand allerdings, im Internet fast ausschließlich auf Non-Food-Artikel zu setzen. Offiziell haben weder Netto noch Götting die Zusammenarbeit bestätigt. Als Berater soll der frühere Edeka-Einkaufsvorstand Heiko Kordmann verpflichtet worden sein.

Aus Sicht der Edeka-Geschäftsführung dürfte E-Food bei Netto ein vergleichsweise unkompliziertes Projekt sein. Denn im Gegensatz zu der Edeka-Verwaltung hat der Vorstand um Markus Mosa bei dem Discounter die Fäden zentral in der Hand. Das heißt, dass die Netto-Führung darüber entscheidet, welche Produkte in die Listung aufgenommen werden, sodass am Ende in jeder Filiale dieselben Lebensmittel im Regal stehen. Bei den Supermärkten von Edeka ist die Koordination durch die unterschiedlichen Interessen der Regionalgesellschaften deutlich schwieriger. Dieses lokale Aufteilung zeigt sich auch in der bisherigen Online-Strategie des Konzerns. Der von Tengelmann übernommene Lieferdienst Bringmeister etwa ist nur in Berlin und München aktiv. In der Rhein-Ruhr-Region hingegen arbeitet Edeka mit dem niederländischen Startup Picnic zusammen. Für einen neuen Netto-Lieferdienst könnten beide Liefer-Services also eine Konkurrenz aus dem eigenen Hause darstellen.

Wer was riskiert, kriegt eins auf’s Dach!

Rewe macht das, was von Unternehmen immer gefordert wird: Der Lebensmittelkonzern investiert in die Zukunft. Weil das nicht gleich Gewinne abwirft, wird gemeckert.

Netto wäre der erste Discounter in Deutschland, der eine klare Online-Strategie fährt, die auch Lebensmittel enthält. Nach dem E-Food-Aus von Lidl war mit Kaufland auch das zweite Unternehmen der Schwarz-Gruppe aus dem Online-Handel mit Lebensmitteln ausgestiegen. Die Internetauftritte der Discounter Aldi, Penny und Netto (mit Hund) sind ebenfalls nicht allzu ambitioniert. Studien zeigen allerdings, dass gerade die Kundschaft von preiswerten Supermärkten bereit wäre, Essenseinkäufe auch im Internet zu tätigen. Am deutlichsten in der deutschen Supermarkt-Landschaft setzt Rewe auf E-Food

Folge NGIN Food auf Facebook!

Bild: Getty Images / Sean Gallup / Staff

Folge NGIN Food auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain