Trends, Innovationen und Digitales aus der Lebensmittelbranche

Auf welchen Kanälen die Metro Startups fördert

Seit 2015 unterstützt Metro Food-Startups mit Accelerator-Programmen. Die Struktur ist kompliziert – wir erklären, welche Starthilfe für wen die richtige ist.

Mehr als 37 Milliarden Euro setzte die „neue“ Metro im letzten Geschäftsjahr mit ihren vier Teilbereichen um. So jedenfalls teilte es der Konzern in seiner jüngsten Bilanz mit und erklärte auch gleich, wo dieser Betrag erwirtschaftet wird. Nach der Aufspaltung im vergangenen Sommer gehören dazu nämlich Real, Metro Cash & Carry, ein Portfolio aus Belieferungsunternehmen sowie die Digitalsparte. Ein Posten in dieser Bilanz ist auch die Förderung von Startups. Mehrere Millionen steckt der Handelskonzern jährlich in junge Unternehmen – entweder über die eigenen Accelerator-Programme oder als Risikokapitalgeber. Wir haben uns für euch angeschaut, auf welchen Kanälen Metro Startups unterstützt.

Digitale Ideen laufen über HORECA

Der Großteil der Förderungen läuft über die 2015 gegründete Geschäftseinheit HORECA digital. In diesen Bereich fällt das komplette FoodTech-Programm des Konzerns, wie beispielsweise der Accelerator mit dem US-amerikanischen Startup-Programm Techstars. Metro und Techstars unterstützen Food-Startups im Gastronomiebereich, seit 2017 auch mit Fokus auf den Handel. Insgesamt vier Accelerator-Runden haben der deutsche Handelskonzern und das Startup-Netzwerk bisher durchgeführt. 120.000 Euro bekommt jedes der teilnehmenden Startups.

Auf der Website wirbt der Metro Accelerator damit, dass die bisher 39 Alumni mehr als 50 Millionen Dollar eingesammelt hätten. Laut Crunchbase hat nach dem Coaching jedoch kaum eines der Startups eine Finanzierung erhalten. Daran gemessen ist das Pariser E-Commerce-Unternehmen Wynd das erfolgreichste der Metro-Familie und hat allein 41,5 Millionen Dollar Funding eingesammelt. Immerhin davon knapp 32 Millionen nach dem Metro-Programm. Außerdem erhielt die Essensmarken-App Lunchio vor einer Woche eine siebenstellige Finanzierung. Doch die meisten Startups des Accelerators warten noch auf den großen Durchbruch.

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NX-Food als zweite Fördereinheit

Seit März gibt es nun ein zweites Förderprogramm der Metro. Der Startup-Hub NX-Food ist eine neue Geschäftseinheit unter HORECA, die sich maßgeblich vom Techstars-Accelerator unterscheidet. Während sich das alte Startup-Programm nur auf digitale Lösungen in Gastronomie und Handel konzentriert, sammeln sich bei NX-Food nun sämtliche Food-Technologien und Innovationen – unabhängig davon, ob das Produkt digital ist oder nicht, so Fabio Ziemßen, Chef des NX-Food Hubs.

In mehreren Metro-Märkten können Startups ihre Produkte testen

Der NX-Food Hub bündelt unter seinem Namen nun verschiedene Projekte, die die Metro bereits separat im vergangenem Jahr gestartet hat. So laufen etwa die vertikalen Farmen von Infarm oder das Startup-Regal in diesem Programm. Food-Startups können in einigen Metro- und Real-Filialen drei Monate lang ihre Produkte testweise anbieten. Ist die Testphase erfolgreich, werden die Startups in der Listung aufgenommen.

Eine weitere Initiative ist Food 2025, hinter der neben NX-Food auch das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) steht. Food 2025 richtet sich vor allem an Startups, die noch in der Produktentwicklung sind und so von der Metro und dem DIL Input bekommen.

Investments abseits aller Accelerators

Losgelöst von diesen Startup-Programmen investiert die Metro mit seiner Digitaleinheit HORECA auch in andere junge Unternehmen. 2016 kaufte die Handelsgruppe den Online-Marktplatz Hitmeister für die Supermarkt-Tochter Real. Noch im selben Jahr stieg die Metro bei dem Payment-Startup Orderbird ein. Der Konzern und der VC Digital+Partners gaben zusammen 16,5 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr führten die Düsseldorfer eine 12-Millionen-Dollar-Runde der Bezahl-App Yoyo Wallet an. Geschäfte wie diese wecken den Eindruck, dass Metro ständig auf der Suche nach Startups und potentiellen Gründern ist, die das Wachstum des Konzerns vorantreiben sollen. Auch mit der Berliner Code University hat die Metro eine Partnerschaft abgeschlossen, um in Kontakt mit jungen Unternehmern zu kommen.

Bilder: Sean Gallup / Getty Images, Metro

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