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Jägermeister holt holländische Festival-App Woov ins Portfolio

Erst Gin und Kunst, jetzt eine App: Zum dritten Mal macht das Familienunternehmen aus Wolfenbüttel eine Startup-Beteiligung öffentlich. Was bringt der Neuzugang?

Fast ein Jahr ist es her, dass Mast-Jägermeister in der Startup-Welt debütierte. Damals verkündete der Spirituosenhersteller sein erstes Investment in ein Startup in der 140-jährigen Firmengeschichte. Den Zuschlag bekam eine Hamburger Gin-Marke. Jetzt gibt die hauseigene Beteiligungsgesellschaft M-Venture das dritte offizielle Engagement bekannt: Wie Gründerszene vorab erfuhr, ist Jägermeister bei Woov eingestiegen. 

Die App zeigt Nutzern verschiedene Festivals an, denen sie beitreten können. Darin lässt sich dann das Programm abrufen, außerdem kann man beispielsweise Freunde oder das Zelt auf einer interaktiven Karte wiederfinden. Die Informationssuche über einzelne Apps oder mobile Webseiten soll dadurch wegfallen, heißt es von Woov-Mitgründer Irfan van Ewijk. Vorausgesetzt natürlich, die Veranstalterin arbeitet mit der App. 2019 bedient das Startup laut Jägermeister 800 Veranstaltungen.

Woov startete 2017 und sitzt in Amsterdam, deckt aber auch deutsche und internationale Events ab, darunter das Elektrofestival Nature One im Hunsrück oder das britische Glastonbury Festival. Woov-Chef Ewijk gründete 1992 auch den Tomorrowland-Veranstalter ID&T mit, verkaufte ihn 2013 an den US-Konzern SFX Entertainment.

 

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Details zum Deal wollen beide Seiten auf Nachfrage nicht nennen. Derart zurückhaltend war Jägermeister schon bei den zuvor öffentlichen Investments, zu denen seit Ende 2018 auch der DHDL-Kunstveranstalter Artnight gehört. Genauso schweigt das Unternehmen zur Portfoliogröße, gibt aber an, mehr als drei Firmen darin zu haben.

Das erste reine Technologieinvestment

Was verspricht sich Jägermeister von dem Neuzugang? Er soll in das Konzept des Beteiligungsvehikels passen, Leuten „die beste Nacht ihres Lebens“ zu bescheren. Auf Festivals ist die Marke Jägermeister längst präsent, wirbt dort etwa mit einem überdimensionalen Holzhirsch oder der „Jägermeister Blaskapelle“. Jetzt holt das erste Technologieinvestment des Unternehmens die Besucher auch digital ab. Jägermeister dürfte im Gegenzug auf Einblicke in das Festivalverhalten seiner Zielgruppe hoffen. „Wir sehen immer wieder: Einer der größten Schmerzpunkte unserer Kunden ist, wenn sie auf Veranstaltungen ihre Freunde aus den Augen verlieren,“ sagt M-Venture-Chef Christoph Goeken zu Gründerszene.

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Auf die Frage, ob 2019 mit weiteren Deals zu rechnen sei, antwortet Goeken: „Wir sind personell und finanziell so aufgestellt, dass wir auf dem besten Weg sind, weitere Investments abzuschließen.“ Der neueste Deal zeigt, dass sich das Unternehmen dafür auch außerhalb des Heimatmarktes umschaut.

Bild: Getty Images / Olli Millington / Kontributor

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