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Die Markenstrategie von Red Bull könnte bald an ihre Grenzen stoßen

Der Energy-Drink-Hersteller könne sein Markenkonzept kaum noch steigern, sagt ein Experte. Irgendwann gehe der Reiz an den extremen Spektakel verloren.

So bekannt wie die Getränkedosen von Red Bull ist auch die Werbung der Marke. „Red Bull verleiht Flügel“, ist seit Anfang an der Leitspruch des Energy-Drinks. Die Anspielung auf einen rauschartigen Zustand war erst der Beginn dieser Strategie. Mit den Jahren förderten Dieter Mateschitz und der Konzern im Ganzen vermehrt Extremsportarten und bedient somit sein Image.

Fans dieser Extremsportarten werden angelockt und gleichzeitig wird der Eindruck erweckt: Trinkt man Red Bull, so kann man selbst Teil dieser Extreme werden. Kein Wunder, dass Extremsportler wie Felix Baumgartner, der 2012 mit einem Fallschirmsprung aus der Stratosphäre weltweit für Aufsehen sorgte, ein wichtiges Gesicht für die Marke wurde. Das gesamte Event wurde von Red Bull gesponsert und trug mit „Red Bull Stratos“ sogar den Getränke-Namen im Titel.

Mit Red Bull Racing verfügt der Konzern sogar über ein eigenes Formel-1-Team und stellte mit Sebastian Vettel sogar bereits einen Weltmeister. „Die Marke Red Bull produziert seither am laufenden digitalen Video-Band Bilderbuch-Helden“, schreibt Markenexperte Roland Albrecht in einer Kolumne für das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“. Doch mit eben dieser Strategie könnte der Getränkeproduzent an seine Grenzen stoßen, erwartet er.

Denn: Anhaltende Steigerungen sind kaum möglich. Irgendwann sei jeder gefährliche Stunt absolviert, jedes riskante Manöver geschafft. „Was geschieht mit der Marke Red Bull, wenn es ein grenzenloses Steigerungsspiel des Extremsports nicht gibt? Wenn das Unmögliche demnächst nicht mehr möglich ist? Wird die Marke dann normal und langweilig?“, fragt Albrecht in seiner Kolumne.

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Wie könnte ein Plan B von Red Bull aussehen?

Dabei lobt er das Konzept: Die Firma organisiert Events mit Extremsport, für die Fans Karten kaufen und Eintritt zahlen, obwohl es sich dabei um klare Werbe-Events handelt. „Red Bull hat es also geschafft, Werbung zu kreieren, für welche der Konsument sogar noch bezahlt, damit er sich diese anschauen kann“, bilanziert Albrecht.

Aber gleichzeitig weist er auf die Gefahren der Strategie hin — eben, dass irgendwann der Reiz am Spektakel verloren gehen könnte. Deshalb sei es an der Zeit, diese Ausrichtung zu überprüfen. Ob Red Bull bereits einen Plan B in der Schublade hat, weiß man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Albrecht ist aber gespannt, ob und wenn ja, wie sich die Strategie von Red Bull in Zukunft anpasst: „Ich bin daher gespannt zu sehen, wie die strategischen und kreativen Antworten der Markenverantwortlichen bei Red Bull auf diese Herausforderungen ausfallen werden.“

Warum Red Bull die Farbkombination Blau-Silber nicht für sich beanspruchen darf, liest Du hier.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Deutschland.

Bild: Craig Barritt / Getty Images

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