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Warum ein Düsseldorfer Startup Tee für Männer macht

Tee war für Tom Etz nicht besonders „sexy“. Also hat er eine eigene Marke entwickelt, die sich explizit an Männer richtet. Die Kundschaft ist trotzdem eher weiblich.

Tee trinkt Tom Etz schon seit 20 Jahren. Bislang allerdings nur morgens oder abends, tagsüber im Büro fand er es „uncool“. Denn: „Die Tees sahen alle gleich aus und die Verpackung war auch nicht so richtig sexy“, sagt er im Gespräch mit Gründerszene und NGIN Food. Also hat er eine eigene Teemarke namens Skeisan entwickelt, die sich speziell an Männer richtet. 

Seit wenigen Wochen ist der Onlineshop verfügbar, in dem es aktuell sieben verschiedene Teesorten in schwarzen Dosen zu kaufen gibt. Ein wenig erinnert das minimalistische Design der Verpackung an ein Parfümflakon für Männer. Und auch der Webauftritt sowie das Instagram-Profil des Düsseldorfer Startups lassen nicht sofort auf einen Hersteller von Heißgetränken schließen. Das sei so gewollt, sagt Etz, der seit 20 Jahren eine Agentur für Markenkommunikation betreibt. „Wir wollten nicht die klassischen Bilder bedienen.“ Der Tee soll auf diese Weise zum Lifestyle-Produkt werden.

Der Lifestyle hat seinen Preis: Ein Glastigel mit 70 Gramm des grünen Tees namens „G“ kostet im Onlineshop 24,90 Euro. Das findet Etz angemessen und verweist auf die hochwertige Verpackung und die Qualität der Tees. Ab Herbst wolle Skeisan die Tees auch deutlich günstiger als Nachfüllpack und ohne Dose anbieten. 

Die meisten Kunden des Männertees sind Frauen

Skeisan-Gründer Tom Etz

Doch warum muss es eigentlich explizit ein Männertee sein? Die Zielgruppe sei zwar männlich, doch eigentlich sei das Produkt unisex, so der Gründer. Er beruft sich auf eine alte Regel aus der Werbung, laut der Frauen zwar Männerprodukte kaufen würden, aber Männer keine Frauenprodukte. Das scheint auch bei Skeisan aufzugehen: 70 Prozent der Käuferschaft sind Frauen, sagt Etz.

Obwohl das Startup bisher kein Geld für Werbung ausgegeben habe, erziele der Onlineshop schon einen monatlichen Umsatz von mehreren tausend Euro, sagt der Gründer.  Um die Marke bekannter zu machen, setzt Etz auf die Partnerschaft mit ausgewählten Concept Stores wie etwa Breuninger oder das Soho House. Bis zum Ende des Jahres plant er, mit 80 Großhändlern zu kooperieren.

Aktuell beschäftigt das Tee-Startup 12 Mitarbeiter. Bisher ist es ohne Fremdfinanzierung ausgekommen, erst im nächsten Frühjahr wollen sich Etz und sein Mitgründer Paolo Anania nach potenziellen Investoren umsehen. Etwa 400.000 Euro ihres Privatvermögens haben sie bisher in den Aufbau von Skeisan gesteckt.

Um sich ganz seiner Teemarke widmen zu können, hat Etz vor kurzem die operativen Geschäfte seiner Agentur abgeben. Seinen Tee trinke er mittlerweile auch tagsüber, sagt er – ganz stilecht aus Whiskeygläsern.

Diese Gründerinnen verkaufen Tee, der Frauenprobleme lösen soll

Die Berlinerin Maxie Matthiessen wurde durch das Produkt „Rubycup“ bekannt. Mit ihrem neuen Shop für natürliche Frauenprodukte will sie Millionen verdienen.

Bild: Skeisan

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