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Frank Thelen: „Lizza war für uns ein erfolgreicher siebenstelliger Exit“

Das Frankfurter DHDL-Startup Lizza hat einen Exit hingelegt. Für die Macher der Leinsamenpizza und für die TV-Löwen gab es mehrere Millionen Euro.

Knapp fünf Jahre nach dem Start verkaufen die Frankfurter Gründer Marc Schlegel und Matthias Kramer ihr Startup Lizza. Das Hamburger Familienunternehmen Cremer hat die Mehrheit an der jungen Firma übernommen. Das Gründerduo stellte sich 2016 in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ als Hersteller von Leinsamenpizza vor, seitdem ist das Portfolio von Lizza um Nudeln und Brot gewachsen. 

Frank Thelen und Carsten Maschmeyer investierten damals insgesamt 150.000 Euro gegen 25 Prozent der Firmenanteile. Heute sind diese ein Vielfaches wert: Laut Bild (Paywall) bewertete der Käufer Lizza mit acht Millionen Euro. Der Mittelständler habe sämtliche Altinvestoren herausgekauft, heißt es aus dem Unternehmensumfeld. Die Gründer sollen nach Abschluss der Transaktion nur noch knapp ein Drittel ihres Startups halten, vorher besaßen sie 50 Prozent der Anteile.  

Thelen kommentierte den Kaufpreis gegenüber Gründerszene nicht. Er sagte nur so viel: „Lizza war für uns ein erfolgreicher siebenstelliger Exit.“ Außerdem, so Thelen weiter, würde er niemals ein Food-Startup aus seinem Freigeist-Portfolio verkaufen, wenn die Unternehmensbewertung nicht mindestens achtstellig sei. Auch die Lizza-Gründer äußerten sich auf Nachfrage nicht zum Kaufpreis. Schlegel und Kramer haben rund 20 Prozent ihrer eigenen Anteile verkauft, sind sie jetzt Millionäre? „Wir sind im Rahmen der Transaktion der finanziellen Unabhängigkeit ein gutes Stück näher gekommen“, so Schlegel.

Von ersten Gesprächen bis zur finalen Unterschrift seien neun Monate vergangen. „Es war sehr intensiv. Wir hatten wenig Zeit für unsere operativen Aufgaben und haben unzählige Überstunden gemacht.“ Der neue Eigentümer Cremer handelt weltweit mit industriellen Rohstoffen, stellt aber auch selbst etwa Tierfutter und Müsli her. Der jährliche Umsatz des 74 Jahre alten Unternehmens liegt bei rund drei Milliarden Euro. 

„Wir arbeiten weiterhin eigenständig“, so Schlegel zur weiteren Strategie. Für die Marke Lizza und die 41 Mitarbeiter gehe das Geschäft weiter wie gehabt. Auch die Gründer, zwei ehemalige Investmentbanker, bleiben im Unternehmen. Das Startup erwirtschaftete im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Euro. Die Low-Carb-Produkte bieten die Frankfurter in 5.000 Supermärkten im deutschsprachigen Raum sowie im eigenen Onlineshop an.

Lizza hatte in der Vergangenheit vermehrt Schwierigkeiten, Kapital zu bekommen. Weil Banken ihnen keinen Kredit gewährten, sammelten die Gründer 2018 1,7 Millionen Euro von Crowd-Anlegern ein. 2019 stiegen obendrein drei Business Angels ein. Wie viel das Food-Startup in der Finanzierungsrunde bekommen hat, wollte Lizza damals nicht verraten.

Bild: Lizza

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