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Die Lieferando-Mutter ist 2018 weniger gewachsen – und braucht Kapital

Der Essensliederdienst Takeaway konnte seine Umsätze 2018 zwar steigern, im Vergleich zu den Jahren davor aber nur gering. 240 Millionen Euro setzte der Konzern um.

Der niederländische Konzern Takeaway, der in Deutschland die Marke Lieferando bedient, hat seine vorläufigen Geschäftszahlen für 2018 veröffentlicht. Demnach hat der Lieferdienst von Mitgründer und CEO Jitsoe Groen im vergangenen Jahr 240 Millionen Euro umgesetzt, 44 Prozent mehr als 2017. Deutschland war mit einem Umsatz von 86 Millionen Euro der zweitstärkste Markt nach den Niederlanden. Dort sind die Umsätze um 49 Prozent gestiegen. 

Update vom 13. Februar 2019: Der Lieferdienst hat seine vorläufigen Zahlen am Mittwochmorgen bestätigt. Das Ebitda lag 2018 demnach bei minus 11,3 Millionen Euro, die Ebitda-Marge war minus 5 Prozent. Damit haben sich die Gewinne vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Auf dem deutschen Markt betrug das Ebitda minus 36,7 Millionen Euro – 2017 waren es noch minus 47 Millionen Euro. Auf dem Heimatmarkt schrieb Takeaway wiederholt Gewinne. Am 1. Februar hat der Lieferdienst zudem Anteile an seinem Geschäft Vietnammm.com an den südkoreanischen Konkurrenten Woowa Brothers verkauft.

Im Vergleich zu vorherigen Geschäftsberichten zeigt sich jedoch, dass Takeaway 2018 nur leicht gewachsen ist. Von 2016 auf 2017 stieg der Konzernumsatz um 49 Prozent, das Deutschlandgeschäft sogar um 57 Prozent. Und auch davor war das Wachstum höher als in 2018. Die Lieferando-Mutter hat im vergangenen Jahr rund 94 Millionen Bestellungen in zwölf Ländern ausgeliefert, ein Wachstum um 38 Prozent, das sich mit den Ergebnissen aus den Vorjahren deckt.

Angaben zum Ebitda macht Takeaway nicht. Nur so viel: Die Kennzahl soll sich für die zweite Jahreshälfte 2018 kaum von den Ergebnissen aus dem ersten Halbjahr unterscheiden. Da lag das Ebitda bei -6,1 Millionen Euro. Im gesamten Jahr zuvor waren es noch -27,6 Millionen Euro. Das Unternehmen von Groen hat mit 127,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr zwar mehr Geld für Marketing ausgegeben als noch 2017, allerdings nur zehn Prozent mehr. In den Jahren zuvor stockte der Lieferdienst sein Werbebudget regelmäßig um etwa 40 Prozent auf.

Um sein Wachstum 2019 zu stärken, hat Takeaway vor einem Monat das Deutschlandgeschäft seines Konkurrenten Delivery Hero für 930 Millionen Euro aufgekauft. Die Marken Foodora, Lieferheld und Pizza.de sollen verschwinden und nur noch Bestellungen von Lieferando-Kurieren ausgefahren werden. Um das Berliner Unternehmen auszahlen zu können, will die Lieferando-Mutter 680 Millionen Euro durch neue Aktien und Wandelanleihen einsammeln. Davon sollen etwa 430 Millionen Euro durch die Platzierung von Wertpapieren zusammenkommen und 250 Millionen Euro durch die Anleihen, die wiederum in Wertpapiere umgewandelt werden können.

Takeaway will Foodora in Deutschland einstellen

Die Lieferando-Mutter hat das Deutschlandgeschäft von Delivery Hero aufgekauft. Fortan sollen nur noch Kuriere mit orangefarbenen Rucksäcken Essen ausliefern.

Bild: Takeaway, Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 18. Januar 2019.

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