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Lemonaid wirft Lidl dreiste Kopie vor: „Sie täuschen die Kunden“

Das Startup Lemonaid hat sich als Limonadenhersteller mit sozialem Anspruch etabliert. Lidl verkauft nun ein optisch ähnliches Produkt. Der Gründer macht dagegen mobil.

Seit kurzer Zeit steht bei Lidl eine neue Limonade im Regal. Limo heißt sie, ist in einer schlichten Glasflasche abgefüllt und setzt auf ein sehr reduziertes Design. Paul Bethke kam das nur allzu bekannt vor. Der 37-Jährige ist Gründer der Getränkefirma Lemonaid. Und tatsächlich lässt sich kaum abstreiten, dass die neue Lidl-Limo der Marke von Bethke zum Verwechseln ähnlich sieht. Für den Gründer eine dreiste Kopie. Deshalb hat er sich nun mit einem offenen Brief an den Discounter gewandt. 

„Gleiche Optik – gänzlich anderer Inhalt“, schreibt Bethke. Das Getränk von Lidl sei „kein Bio, kein Fairtrade, stattdessen viel Zucker, Farbstoffe und Säuerungsmittel – null sozialer Beitrag“. Lemonaid ist nämlich nicht nur ein hippes Bio-Getränk. Bethke will mit seiner Marke auch sozial etwas bewirken. Denn mit jeder verkauften Flasche fördert das Startup Sozialprojekte in den Anbauregionen, aus denen Lemonaid seine Zutaten bezieht. 

In seinem Brief wirft der Gründer der Discounterkette vor, sich mit dem Image von Lemonaid zu schmücken. „Sie täuschen derzeit Kunden, die mit dem Kauf einen sozialen Beitrag leisten wollen“, so der Hamburger und fordert Lidl indirekt auf, das Getränk wieder aus dem Sortiment zu nehmen: „Was zu tun ist, sollte klar sein. Wir sind gespannt, ob unser Brief zu Maßnahmen Ihrerseits führt.“

Lidl versuchte auf Nachfrage von Gründerszene und NGIN Food der Sache die Brisanz zu nehmen. „Bei der von Ihnen angesprochenen Limonade handelt es sich um ein Aktionsprodukt, das Mitte Juli für einen begrenzten Zeitraum in einigen Regionen Deutschlands erhältlich war und mittlerweile nicht mehr in unseren Filialen angeboten wird“, teilte das Unternehmen der Schwarz-Gruppe mit. Von einer Inspiration durch Lemonaid will Lidl nichts wissen. „Mit dem Design unseres Produkts haben wir dem Wunsch des Kunden nach einer modernen, ansprechenden Verpackung entsprochen, die verwendeten Zutaten deklarieren wir deutlich auf der Flasche.“  

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Lemonaid will die vermeintliche Kopie nicht auf sich sitzen lassen. Das Startup hat diverse Bilder erstellt, auf denen das eigene Getränk der Lidl-Limonade gegenübergestellt und auf Unterschiede hingewiesen wird. Zudem bittet Bethke Fans von Lemonaid, diese Bilder in sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #Lidlklontdich zu teilen – eine Anlehnung auf den Werbeslogan „Lidl lohnt sich“.

Laut dem Stern sieht er allerdings keine Möglichkeit, sich juristisch zur Wehr zu setzen. Eine ähnliche Erfahrung musste er bereits machen. Neben Limonade produziert Bethke auch die Eisteemarke Charitea. Und sie steht seit einigen Monaten im Supermarktregal in nächster Nähe zu einem Getränk des Herstellers Dietz, das Charitea in Aufmachung und Rezeptur sehr ähnlich ist. Dem ARD-Magazin PlusMinus hatte Bethke damals erzählt, dass er mit Dietz kurz zuvor Gespräche über eine Zusammenarbeit geführt hatte. 

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Bild: Lemonaid

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