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Lidl stellt Kochzauber ein

Vor drei Jahren hat der Discounter das Berliner Kochboxen-Startup übernommen. Das Geschäft lief nicht gut, die Umsätze stagnierten. Jetzt zieht Lidl die Reißleine.

Eigentlich sollte Lidl die Rettung des Berliner Startups Kochzauber sein. Doch nun weiß auch der Discounter nicht weiter – und stellt den Dienst nach Informationen von Gründerszene und NGIN Food ein. Lidl bestätigt auf Nachfrage, dass am 8. März Schluss sein soll. Das Unternehmen hat die Berliner Mitarbeiter am Donnerstagvormittag darüber informiert. 

Dem Discounter sei es nicht gelungen, genügend Kunden zu finden, um Kochzauber zukunftsfähig aufzustellen, heißt es von einem Sprecher: „Entgegen den Erwartungen hat sich der Markt für Kochboxen in Deutschland nicht so dynamisch entwickelt, wie es nötig gewesen wäre, um Kochzauber eine langfristige Wachstumsperspektive zu geben.“ Vor einem halben Jahr sprach das Startup noch von einer positiven Geschäftsentwicklung: „In 2018 konnten wir bisher über 50 Prozent mehr Neukunden gewinnen als im gleichen Zeitraum in 2017.“

Die 33 Mitarbeiter in Berlin sollen weiter bei Lidl bleiben 

Das Geschäft lief schleppend: 2016 sollen die Verluste noch ähnlich hoch gewesen sein wie die Umsätze, berichtete das Manager Magazin Ende 2017. Demnach seien die Erlöse nicht gewachsen. Im Geschäftsjahr, das bis Ende Februar 2017 ging, lagen die Handelswarenerlöse laut Bundesanzeiger bei etwas mehr als vier Millionen Euro. Über aktuelle Geschäftszahlen wollen sich Lidl und Kochzauber nicht mehr äußern.


Kochzauber wurde 2012 von Steffi Keuler und Frederic Knaudt gegründet. Zuletzt führten die Lidl-Manager Catharina Diekmann und Christian Welz die Geschäfte. Den 33 Angestellten, die am Berliner Standort für Kochzauber tätig waren, werden alternative Stellen bei Lidl angeboten, so ein Sprecher. Auch Mitarbeiter aus dem Lager in Brandenburg sollen im Konzern unterkommen.

Ende 2015 wollte der Kochboxen-Anbieter schon einmal seinen Betrieb einstellen. Doch wenige Tage vor dem Aus übernahm der Discounter sämtliche Anteile des Startups, kaufte unter anderem Mytoys und Project A aus dem Unternehmen. Kochzauber blieb als eigenständige Marke bestehen, Lidl nahm die Kochboxen im eigenen Onlineshop auf. Weil sich die Produkte dort aber nicht verkauften, steckte der Supermarkt die Tüten in den stationären Handel. Auch dieses Konzept ging nicht auf.

Bild: Kochzauber

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