Lidl und Aldi zwingen Tesco dazu, eine neue Kette zu gründen

Die deutschen Discounter Lidl und Aldi agieren in Großbritannien so erfolgreich, dass die dortige Konkurrenz sich zu drastischen Maßnahmen gezwungen sieht.

Der Erfolg von Aldi und Lidl in Großbritannien sorgt dafür, dass Tesco eine Gegenoffensive plant. So will der größte britische Einzelhändler eine eigene Discountmarktkette starten, berichtet die „Sunday Times“. Das Sortiment solle kleiner sein als in den Tesco-Geschäften, die Preise sich in dem Bereich von Aldi und Lidl bewegen. 

Der Schritt des britischen Konkurrenten ist eine Reaktion auf den großen Erfolg der deutschen Discounter in Großbritannien. Nach Berechnungen der Research-Firma Kantar Worldpanel seien die Verkäufe Tescos in den letzten zwölf Wochen zwar um 2,6 Prozent gestiegen, allerdings hätten die vier größten Supermärkte in Großbritannien Marktanteile an Aldi und Lidl verloren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

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Tesco gehören zwar demnach noch 28 Prozent des britischen Lebensmittelgeschäfts und liegt trotz eines enttäuschenden Weihnachtsgeschäfts an der Spitze in Großbritannien. Doch wegen eines deutlichen Anstiegs der Verkaufszahlen bei Aldi und Lidl um jeweils rund 16 Prozent kommen die deutschen Discounter mittlerweile auf einen Marktanteil von 6,9, beziehungsweise fünf Prozent.

Mit einer eigenen Discounter-Kette hofft Tesco nun offenbar darauf, mit niedrigen Preisen einige Kunden zurückgewinnen zu können. Gleichzeitig plant aber auch Aldi eine weitere Expansion auf dem UK-Markt. Bis 2022 sollen mehr als 1.000 neue Filialen entstehen, wofür der Discounter zwei Milliarden Pfund (2,3 Milliarden Euro) investieren möchte.

Dagegen ist es für ausländische Lebensmittelkonzerne schwierig sich in Deutschland zu etablieren — auch die US-Kette Wal-Mart ist hierzulande gescheitert. Die vergleichsweise hohe Qualität selbst in deutschen Discountern, verbunden mit niedrigen Preisen, hat die Kunden verwöhnt. Sie müssen in Deutschland im internationalen Vergleich deutlich weniger Geld für Nahrung ausgeben.

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Bestätigt wurde dies zuletzt in einer Umfrage der Beratungsfirma Oliver Wyman. Darin gaben 55 Prozent der Aldi- und Lidl-Kunden an, dass das wichtigste Kriterium für die Wahl ihres Einkaufsortes die beste Qualität bei frischen Produkten sei. Bei Supermarkt-Kunden lag dieser Anteil mit 61 Prozent nur geringfügig höher.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Deutschland.

Bild: Getty Images / DANIEL LEAL-OLIVAS / Stringer

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