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Kann dieses Startup das Problem der letzten Meile lösen?

Keine Zeit, um auf den Rewe-Kurier zu warten? Das Startup Qool Collect hat in München Shops eröffnet, bei denen Kunden ihre gelieferten Lebensmittel abholen können.

Online-Supermärkte haben einige Vorteile: Der Kunde kann bequem vom Sofa aus shoppen, er spart Zeit, vor allem aber muss er seine Einkauf nicht selbst nach Hause tragen. Allerdings gibt es auch einen großen Nachteil: Wenn die Lieferung kommt, muss der Kunde zuhause sein. Für diese letzte Meile hat das Münchener Startup Qool Collect einen anderen Ansatz gefunden: Händlerübergreifende sogenannte Click & Collect-Stationen mit Kühlräumen. 

Kunden können Produkte beim Metzger um die Ecke oder beim Rewe-Onlineshop bestellen und die Lebensmittel später an einer der fünf Stationen im Münchener Stadtgebiet abholen. Das Startup arbeitet derzeit mit 17 lokalen Partnern zusammen. Die Produkte von diesen Händlern holt Qool Collect mit eigenen Lieferwagen ab und lagert sie dann in der Wunschstation. Die Kunden können den Transport über die App verfolgen und bekommen eine Mitteilung, sobald das Steak oder der Kuchen abholbereit ist. Geben die Kunden die Bestellungen bis 16 Uhr auf, kommt die Lieferung noch am selben Abend an. Das Startup transportiert die Waren in Mehrwegverpackungen aus Plastik, die die Nutzer auf Wunsch gegen einen Pfand mit nach Hause nehmen können. 

Für den Lieferservice schlagen die Händler eine extra Gebühr drauf, die jeder Partner selbst bestimmt und die unabhängig von Qool Collect ist. Das Startup selbst verlangt nur zusätzliche Gebühren, wenn Kunden nicht bei den regionalen Händlern bestellen, sondern die Station lediglich als Lieferadresse nutzen. So können auch Rewe-Kuriere den Online-Einkauf zu Qool Collect liefern oder Postboten das Zalando-Paket abgeben. Für diesen Pick-up-Service stellt das Startup eine tägliche Pauschale von 1,99 Euro oder eine monatliche Flatrate von 4,99 Euro in Rechnung. Obendrein können Nutzer ihre gelieferte Kleidung in einer Umkleidekabine vor Ort anprobieren und direkt wieder zurückschicken.

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Bislang müssen die Münchener ihre Produkte noch direkt bei den Handelspartnern bestellen, entweder telefonisch oder über den eigenen Onlineshop. Deswegen arbeiten die Gründer Stefan Müller und Cornelius Antor momentan daran, die App zu einem Online-Marktplatz auszuweiten. Im Herbst haben sie die Abholstationen eröffnet, wollen im Laufe des Jahres über eine mögliche Expansion in andere Städte nachdenken. Müller glaubt, dass das Konzept auch einfach auf andere Städte übertragen werden kann. Zahlen zum Geschäft verrät das Startup bislang nicht. Finanziert wird Qool Collect vom Hannoveraner Logistikunternehmen CHEP Pallecon Solutions, deren Tochter das Startup ist.

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Bild: Qool Collect

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