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Wie Kptn Cook das Kochen mit Alexa-Skills einfacher machen will

Sprachassistenten können in der Küche nützlich sein. Erste Anbieter sind auf dem Markt. Die Ktpn-Cook-Gründerin erklärt, wie Kochen mit Alexa funktioniert.

Wer kocht, hat schnell nasse Hände, die Finger voller Butter oder sonstige Zutaten an der Hand. Meistens braucht man genau in diesem Moment eine ganz bestimmte Information aus dem Rezept auf dem Handy. Aber wer will mit solchen Fingern schon den Homebutton drücken? „Im Bereich Küche ist Voice das Zukunftsthema“, sagt Eva Hoefer, Mitgründerin von Kptn Cook dazu. Deshalb hat sie seit Anfang März einen Alexa-Skill ihrer Rezepte-App für den Homeassistenten von Amazon entwickelt. Hier kann man per Sprachbefehl Tagesrezepte, Zutaten und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung abfragen. „50 Prozent der Millenials nutzen Sprachsteuerung ganz selbstverständlich“, sagt Hoefer weiter. 

Eva Hoefer hat Kptn Cook 2013 gemeinsam mit Polina Marchenko und Alex Reeg – damals noch unter dem Namen Cookster – in Berlin gegründet. Rezepte-Apps gibt es natürlich einige. Doch die Berliner wollen besonders mit Übersichtlichkeit, ansprechenden Fotos und Kuratierung punkten: Jeden Tag wählt das Team von Kptn Cook drei Rezepte aus einer großen Community von Food-Bloggern aus und stellt sie vor. Dabei wird darauf geachtet, dass auch für Vegetarier und Veganer etwas dabei ist. 25 Rezepte kann man in seiner App speichern, falls man sie zu einem späteren Zeitpunkt zubereiten will.

„Was wir nicht wollten, war diese Fülle an Rezepten wie zum Beispiel auf Chefkoch, wo man bei der Suche nach „Wiener Schnitzel“ 1.000 Vorschläge bekommt“, erklärten die Gründer schon ein Jahr nach ihrem Start im Gespräch mit Gründerszene. Das Besondere: Kptn Cook arbeitet mit allen großen Supermarktketten zusammen, erstellt die passende Einkaufsliste für jedes Rezept und sagt dem User, welche Zutat in welchem Supermarkt in der Nähe vorrätig ist. Einen Lieferservice beinhaltet die App allerdings nicht. 

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Auch auf dem Markt der Sprachsteuerung in der Küche ist Ktpn Cook nicht konkurrenzlos. Chefkoch hat bereits seit 2017 einen Alexa-Skill, Kitchen Stories ist ebenfalls seit September des vergangenen Jahres dabei. Die US-Rezepte-Plattform Allrecipes brachte schon 2016 einen Skill auf den Markt. Auch für einzelne Anfragen gibt es maßgeschneiderte Skills. So kann man Alexa beispielsweise zu jeder Fleischsorte fragen, was die richtige Kerntemperatur ist, oder wie man das perfekte Ei kocht.

Die App führt den User Schritt für Schritt durch das Rezept.

Die App führt den User Schritt für Schritt durch das Rezept.

Hoefer ist sich allerdings sicher: „Mit unserem Skill schaffen wir es, dass das tägliche Kochen für unsere Nutzer zum Erlebnis wird.“ Sie will das Kochen so leicht und angenehm machen, dass es nach einem langen Arbeitstag nicht mehr als Belastung, sondern Spaß empfunden wird. Jeder Mitarbeiter habe den Skill selbst zuhause beim Kochen ausprobiert, mit dem generierten Feedback wurde dann weiter optimiert. „Der Skill ist wie die App sehr intuitiv entlang der Customer Journey aufgebaut. Herzstück ist die Kochanleitung, die auch Kochanfänger ganz einfach durch die Zubereitung begleitet.“ Wer einen Amazon Echo Show besitzt, bekommt zudem beim Kochen Bilder zu den einzelnen Schritten angezeigt.

Gut vier Jahre nach dem Start zeigt sich Mitgründerin Hoefer zufrieden mit der Entwicklung ihres Startups. „Wir konnten unseren Umsatz von 2016 auf 2017 verdreifachen“, sagt Hoefer. „Mit der App generieren wir inzwischen 1,5 Millionen User-Sessions pro Monat.“ Neben den drei Gründern arbeiten aktuell fünf weitere Mitarbeiter fest für Kptn Cook. Die App hatte in ihrem ersten Jahr eine Pre-Seed-Finanzierung vom Plug & Play Accelerator im Silicon Valley bekommen und war Teil des Accelerator-Programms von Techstars und Metro

Bilder: Kptn Cook
 

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