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Katjesgreenfood hat zwei kriselnde Portfolio-Startups übernommen

Das Hanflimo-Startup Hemptastic wurde aufgelöst. Caté darf sein Getränk wegen einer EU-Regelung nicht mehr verkaufen. Der Katjes-VC führt nun beide in Eigenregie fort.

Seit mehr als zwei Jahren investiert der Food-VC Katjesgreenfood in junge, nachhaltige Lebensmittelhersteller. Anfang vergangenen Jahres beteiligte sich der Berliner Kapitalgeber an dem Münchener Startup Hemptastic und der Hamburger Firma Caté. Die Hemptastic-Gründerinnen Alla Kolpakova und Jennifer Vestweber stellten Hanflimonade her. Caté verkaufte koffeinhaltige Brause aus Kaffeekirschen. Dem Katjes-VC gehörten 25,1 Prozent an dem Hanflimo-Startup und 20 Prozent an Caté. Zumindest bis zum Sommer. 

Hemptastic musste im März wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung Insolvenz anmelden. Ein Kunde aus Großbritannien hatte online Waren im Wert von 30.000 Euro bestellt, die Hemptastic auch ausgeliefert hat. Nur existierte der Kunde nicht, so der Insolvenzverwalter Maximilian Breitling. Aufgrund des Betrugs ist ein finanzieller Schaden entstanden, den das drei Jahre alte Unternehmen nicht mehr auffangen konnte. Im Juni wurde das Unternehmen daraufhin liquidiert. Katjesgreenfood hat Hemptastic aus der Insolvenzmasse gekauft und als neue GmbH aufgezogen, wie Katjesgreenfood-CMO Volker Weinlein auf Nachfrage von Gründerszene und NGIN Food erklärt. Die Hanfbrause ist allerdings Geschichte. „Wir haben das Branding komplett überarbeitet und werden im nächsten Jahr unter der Marke Hemptastic einen Hanfriegel im deutschen Lebensmitteleinzelhandel einführen“, so Weinlein. Weitere Produkte seien in Planung. 

Caté geht ins Ausland

Anders als Hemptastic musste Caté keine Insolvenz anmelden. Das Hamburger Gründerduo Bastian Muschke und Bastian Senger hatte jedoch Probleme wegen einer EU-Regelung. Demnach ist die Kaffeekirsche, die Hauptzutat ihres Getränks, als Novel Food eingestuft und darf eigentlich nicht verkauft werden. Eigentlich, weil es eine Grauzone gibt: Liegt ein Antrag auf Zulassung vor, dürfen Produkte mit Kaffeekirschen solange verkauft werden, bis es zu einer Einigung kommt. Das hat Caté ausgenutzt. Auf Druck der Behörden mussten die Hamburger im Sommer dann aber doch den Verkauf einstellen, so der Investor.

Der Food-VC hat daraufhin 89 Prozent des Startups aufgekauft. Über die Summe äußern sich beide Parteien nicht. Die Gründer sind noch immer mit jeweils fünf Prozent beteiligt, schieden aber aus der Geschäftsführung aus. Auf der Caté-Website werden Muschke und Senger noch als Chefs aufgeführt. Auf Nachfrage bestätigt Senger den Wechsel. Die Hamburger Unternehmer und ihr Gesellschafter hätten sich aufgrund der EU-Verordnung für eine Internationalisierung mit Katjes an der Spitze entschieden. 

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„Caté wird im nächsten Jahr ein neues Kaffeekirschengetränk außerhalb der EU auf den Markt bringen“, sagt auch Weinlein. Der Start soll im Frühjahr sein. Der VC ist ein Schwesterunternehmen der Süßwarenfirma Katjes, bringt also Know-How als Lebensmittelhersteller mit. Zudem hat sich Katjesgreenfood zuletzt mehrfach an US-Startups beteiligt, kennt demnach den Markt in den Vereinigten Staaten. Dort hält Katjesgreenfood Beteiligungen an Unternehmen, die vegane Butter, Backmischungen und Müsli produzieren.

Bild: Katjes

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