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Cash mit Cashews: Mit Nussbällchen ins Edeka-Regal

Das Startup Karl Karlo hat einen Superfood-Snack für zwischendurch entwickelt: Energy Balls. Die kleinen Bällchen sollen die Leistungsfähigkeit steigern.

Die Geschichte von Karl Karlo begann mit einem Zufall. Malte Lorenz und Henrik Rackow kennen sich bereits seit ihrer Kindheit in Hannover, hatten sich aber aus den Augen verloren. Bis sie auf einmal in Berlin im selben Büro saßen: Lorenz arbeitete für den Risikokapitalgeber Signals VC, Rackow für die Digitalagentur Nestim – beide Firmen hatten sich im selben Co-Working-Space eingemietet. Heute teilen sich die beiden nicht nur das Büro, sondern auch die Geschäftsführung – nämlich für ihr eigenes Startup Karl Karlo. 

Lorenz und Rackow gründeten ihr Unternehmen Anfang 2018 und produzieren seitdem Energy Balls. Das sind kleine Bällchen, die aus Superfoods wie Datteln, Mandeln, Cashews, Hanfsamen oder Maca bestehen. Laut den Gründern erhöht der Snack für knapp zwei Euro die Leistungsfähigkeit und die Konzentration. Zudem haben die Balls laut der Homepage von Karl Karlo 20 Prozent weniger Kalorien als ein herkömmlicher Energie-Riegel. Wie kommt man von einem VC und einer Digitalagentur zu Energy-Snacks?

Kontakte knüpfen im Edeka-Coworking-Space

„Wir hatten häufig lange, anstrengende Arbeitstage, an denen wir immer wieder gute Snacks für zwischendurch gesucht haben“, erzählt Lorenz im Rückblick. Aber die beiden fanden einfach nichts passendes. „Auf Schoko- oder Müsliriegel wollten wir nicht zurückgreifen, weil die mit ihrem hohen Zuckergehalt nur kurzfristig Energie geben.“ Doch Lorenz und Rackow wussten: Der Snack-Markt wächst jährlich um acht Prozent. Ebenso der Bio-Markt. „Wir fanden den Markt sehr attraktiv und haben im Dezember 2017 begonnen, unsere Energy Balls zu entwickeln.“

Inzwischen kann Karl Karlo einige Erfolge vorweisen: Die Energy Balls mit dem schwarzen, klaren Design sind deutschlandweit in zahlreichen Edeka-Märkten erhältlich. Dabei kommt es den Gründern zugute, dass sie ihr Büro in dem Edeka-Coworking-Space in Berlin-Moabit haben. „Das ist sehr gut, um Kontakte zu knüpfen“, sagt Lorenz. „Wir haben unsere Ideen dort immer direkt mit Kaufleuten besprochen. Also mit denjenigen, die es später in größeren Mengen abnehmen werden.“ 

Ab August wird Karl Karlo außerdem als eines von vier ausgewählten Startups seine Produkte im Bordmenü von Eurowings anbieten. Von der Zusammenarbeit mit der Lufthansa-Tochter und dem Metro-Accelerator NX Food erhofft sich Lorenz viel: „Wir wollen so einer breiteren Masse bekannt werden.“

Superumsätze mit sogenanntem Superfood

Matcha, Quinoa und Chia sollen gut für die Gesundheit sein. Bewiesen ist das nicht – trotzdem können Startups mit sogenanntem Superfood offenbar gutes Geld verdienen.

Bisher können die Gründer Umsätze in fünfstelliger Höhe vorweisen. Jeden Gewinn stecken sie laut Lorenz umgehend wieder in ihr Unternehmen. Fremdes Kapital sei nicht in Karl Karlo geflossen, stellt er klar. Das Startup werde bisher nur aus den Ersparnissen der Gründer finanziert. 

Das klare Design von Karl Karlo ist den Gründern wichtig.

Das klare Design von Karl Karlo ist den Gründern wichtig.

Drei strategische Punkte definiert

Und wer fragt, woher der Name Karl Karlo kommt, erfährt noch einen Punkt, der Lorenz und Rackow wichtig ist: „Unser Name Karl Karlo ist adaptiert von Hans Carl von Carlowitz – dem Vorreiter der Nachhaltigkeitsidee“, erklärt Lorenz. Karl Karlo strebe ebenfalls eine umweltfreundliche und soziale Produktion an. So enthält die Verpackung der Energy Balls nach Angaben des Startups etwa 97 Prozent weniger Aluminium als vergleichbare Plastikhüllen. Ein Prozent der Einnahmen würde zudem für soziale Zwecke bereitgestellt. 

Aktuell liegen Lorenz und Rackow mit ihren Energy Balls voll im Trend. Doch was machen sie, wenn die Begeisterung für Superfood irgendwann nachlassen sollte? Lorenz holt aus: „Wir haben bestimmte Punkte definiert, die für uns strategisch wichtig sind: Unsere Snacks müssen Bio-Qualität haben, ohne Zucker sein und unser Design muss konsequent sein.“ Innerhalb dieser Richtlinien will Karl Karlo sein Sortiment erweitern und gegebenenfalls neuen Entwicklungen anpassen. 

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Bild: Karl Karlo

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