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Wird der Juicero-Gründer auf sein Saft-Startup angesprochen, wird es unangenehm

Doug Evans setzt jetzt auf den US-Trend Raw Water. Spricht man ihn aber auf sein gescheitertes Unternehmen Juicero an, reagiert er unangenehm.

Wer ein 100-Millionen-Dollar-Startup wie Juicero gegründet hat, der gibt sich nicht mit kleinen Fischen zufrieden. Und so ist es keine Überraschung, dass Doug Evans, der Gründer der ehemals gehypten Saftpresse, nun auf einen neuen Trend setzt: Raw Water. Das klingt raffinierter als es in der Praxis ist: Im Prinzip machen Raw-Water-Startups nichts anderes, als unbehandeltes Wasser direkt an Quellen abzufüllen und dann zu verkaufen. Gesundheitsexperten warnen vor dem ungefilterten Wasser, doch die Nachfrage an der US-Westküste ist hoch. Zahlungswillige Kunden geben eine Menge Geld für etwas aus, das sie gratis selbst von Mutter Natur bekommen könnten. 

Erinnert das Doug Evans nicht an etwas? Juiceros spektakulärer Niedergang folgt nämlich einem ganz ähnlichen Narrativ: Die ursprünglich fast 800 Euro teure Saftmaschine presste den Inhalt von mit Saft gefüllten Beuteln in ein Glas – ein Vorgang, den man auch ganz einfach selbst per Hand machen konnte, wie Journalisten in einem Videotest zeigten.

Doch das sieht Evans etwas anders. In der Nachrichtensendung Vice News Tonight wird er von dem Moderator auf Juicero angesprochen. Es folgt ein kurzer Wortwechsel, der zeigt, wie tief die Wut Evans über das Schicksal von Juicero sitzt. 

„Was haben die Medien falsch gemacht bei Juicero?“, wird Evans gefragt. Die prompte Antwort: „Alles! Sie hatten keine Ahnung.“ Der Journalist hakt nach: „Sagen Sie mir mehr darüber.“ Doch Evans will keine Worte dafür finden: „Es ist keinen Atemzug wert. Damit bin ich fertig. Ich werde nicht darüber reden.“ Als der Journalist sich damit nicht zufrieden geben will, wird Evans noch deutlicher: „Weiter. Kein Juicero mehr. Ich werde bis drei zählen und dann werde ich gehen.“

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Schon vor dem Wutanfall hatte er sich als unfair behandeltes Opfer in dem TV-Beitrag dargestellt. „Bestimmte Träume von mir wurden zerrupft“, legt er seine Sicht der Dinge aus. „Wir wurden im ersten Inning getötet. Aber normalerweise hat ein Baseballspiel neun Innings.“ Ehemalige Mitarbeiter stellen Evans allerdings als „kleinen Office-Diktator“ dar, der es mit dem Einhalten der Frische-Versprechen seiner Saftpäckchen nicht immer ganz so genau genommen hat, wie das US-Magazin Gizmodo berichtet. Es bleibt abzuwarten, ob die Mitarbeiter seines neuen Projekts in ein paar Jahren anders über ihn sprechen.

Bild: Screenshot YouTube

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