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Diese Gründer machen Millionen mit Ghost Restaurants

Honest Food betreibt virtuelle Restaurants. Anders als die Konkurrenz kocht das Startup das Lieferessen nicht selbst. An das Konzept glaubt auch der Vapiano-Gründer.

Das Berliner Unternehmen Honest Food hat im vergangenen Jahr Millionen mit Restaurants gemacht, die gar nicht existieren. Wie das geht? Das Startup führt Ghost Restaurants. Kunden können zwar die Gerichte dieser Lokale auf Lieferplattformen wie Foodora und Lieferando bestellen, es gibt aber weder eine eigene Küche noch einen Gastraum dazu.

Honest Food lässt Essen für fünf Marken ausliefern. In großen Produktionsküchen stellt das Startup die Gerichte her und verschickt die Produkte tiefgekühlt an Partnerrestaurants. Kommt bei den Gastropartnern eine Bestellung für eine der Marken an, tauen diese Saucen oder Fleisch auf und richten die Salate, Burritos und Burger mit frischen Zutaten an, um die Menüs anschließend ausliefern zu lassen.

Die Restaurants sind Franchise-Nehmer von Honest Food, behalten den Gesamtumsatz der Bestellung ein, müssen aber auch eine Gebühr pro Lieferung zahlen. Die Zutaten sowie Verpackungen kaufen die Restaurants von Honest Food ab. Das Startup finanziert sich also über die Franchisegebühr und die Ware. 2018 lag der Außenumsatz in mittlerer siebenstelliger Höhe. Die Gründer Robin Steps und Sebastian Klein sehen in ihrem Lizenzmodell den Vorteil, dass auf diese Weise auch ländliche Gebiete beliefert werden können.

Millionenfinanzierung direkt nach dem Start

Gestartet ist Honest Food in Österreich: in Wien, dann in Linz und Graz. Das Liefergeschäft sei in in der österreichischen Hauptstadt attraktiver als in Berlin, da der Wettbewerb dort nicht so groß sei, so Steps im Gespräch mit Gründerszene und NGIN Food. Mittlerweile beliefert das Startup zehn weitere Städte in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt 50 Restaurants seien derzeit an Bord. Bald sollen noch europäische Regionen dazukommen.

Ghost Restaurants: Die virtuellen Lokale der Lieferwelt

Nach den USA und Großbritannien testen auch in Deutschland Gastronomen das Konzept von Delivery-Only-Küchen. Was steckt hinter dem Konzept der Ghost Restaurants?

Steps und Klein haben sich im Studium an der Uni Mannheim kennengelernt. Steps hat diverse Food-Startups gegründet, darunter den Weinshop Vino24.de. Sein Mitgründer hat Alexander Samwers Photovoltaik-Startup Voltaro mit aufgebaut. Nach der Gründung von Honest Food im April 2017 haben die Unternehmer einen mittleren siebenstelligen Betrag von der Beteiligungsgesellschaft Good Brands und dem Vapiano-Gründer Gregor Gerlach aufgenommen.

Mit ihrer Franchise-Methode fahren die Gründer ein anderes Konzept als der Berliner Konkurrent Keatz, der 2016 unter dem Namen Green Guru gestartet ist. Keatz betreibt selbst Lieferküchen und lässt seine Bestellungen nicht von Partnern bearbeiten. Für diese Art von Lieferdienst gab es bislang mehr als acht Millionen Euro von prominenten Investoren wie Project A und Atlantic Food Labs.

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Bild: Honest Food

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