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US-Markt befeuert Wachstum bei HelloFresh

HelloFresh hat seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht. Demnach habe das Startup im vergangenen Jahr mehr als 900 Millionen Euro umgesetzt.

Der Markt für Kochboxen gilt als schwer umkämpft. Nicht nur in Deutschland, wo sich mit HelloFresh ein Unicorn herausgebildet hat. Auch in anderen Teilen der Welt, wo groß angekündigte Börsengänge teilweise in herben Enttäuschungen endeten. Das Berliner Startup scheint jedoch weiter auf Erfolgskurs zu sein. Am heutigen Dienstag hat HelloFresh die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal 2017 sowie für das komplette Geschäftsjahr vorgelegt. Der Kochboxen-Versender konnte seinen Jahresumsatz 2017 demnach um bis zu 52 Prozent steigern, wie die voraussichtlichen Ergebnisse zeigen.

Voraussichtlich 902 bis 905 Millionen Euro habe HelloFresh im vergangenen Jahr umgesetzt. 2016 waren es noch 597 Millionen Euro. Wie hoch die Verluste waren, wollte die Rocket-Beteiligung nicht sagen. „Im Laufe des Jahres ist es uns gelungen, unsere Wachstumsrate in jedem Quartal zu steigern, was zu einem währungsbereinigten Wachstum von 67 bis 69 Prozent im vierten Quartal führte“, sagte Dominik Richter, CEO und Mitgründer von HelloFresh. Angesichts der Größenordnung, die das Unternehmen inzwischen erreicht hat, nannte er das einen „bemerkenswerten Erfolg“.

Mit maximal 545 Millionen Euro sei der US-Umsatz 2017 um rund 90 Prozent zum Vorjahr gewachsen. Damit erklärt HelloFresh auch das Gesamtwachstum der Gruppe. Knapp 19 Millionen Bestellungen habe das Startup im vergangenen Jahr abgewickelt, 54 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch in diesem Jahr will der Kochboxen-Versender profitabel werden, so das Unternehmen. HelloFresh konnte seine EBITDA-Marge nach eigenen Angaben um etwa zehn Prozentpunkte auf rund minus fünf Prozent bereinigen.

Bei der Konkurrenz läuft es durchwachsen

Nachdem Analysten die HelloFresh-Aktie im Dezember mit einer Kauf-Empfehlung belegt hatten, war der Kurs sechs Wochen nach dem Börsengang auf ein Allzeithoch von über 12 Euro geklettert. Auch im Januar blieb es beim „Buy“ aus Sicht der Analysten, die Aktie pendelte sich zwischen 11 und 13 Euro ein. Nach Veröffentlich der vorläufigen Zahlen stieg der Kurs am Dienstagmorgen leicht an.

Im E-Commerce-Markt für Lebensmittel liegt HelloFresh nach Expertenmeinung sogar vor großen Supermarktketten wie Rewe. Derzeit sei HelloFresh „im Ranking der Top-1000-Onlineshops der stärkste Anbieter im Segment „Lebensmittel & Getränke“, wie Lars Hofacker vom EHI Retail Institute auf Nachfrage von NGIN Food sagte. 

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Die Entwicklung von HelloFresh ist umso bemerkenswerter, da andere Anbieter auf dem Kochboxen-Markt mit erheblichen Problemen zu kämpfen haben. Die Aktie von HelloFresh-Konkurrent Blue Apron in den USA etwa ist von einem Ausgabepreis beim Börsengang im Juni 2017 von 8,38 Euro um fast drei Viertel auf inzwischen nur noch gut zwei Euro gefallen. Gründer und CEO Matt Salzberg hat das Unternehmen nur fünf Monate nach dem IPO verlassen. In Deutschland hat sich das Kochboxen-Startup Eating with the Chefs Anfang Januar aufgelöst, wie NGIN Food berichtete.

Neben dem Einhorn aus Berlin gibt es aber noch weitere positive Beispiele auf dem Markt. Marley Spoon spielt dem Vernehmen nach mit einem Börsengang, nachdem der Umsatz sich von 2016 auf 2017 nach eigenen Angaben mehr als verdoppelt hat. Zudem ist Marley Spoon erfolgreich nach Australien und in die USA expandiert. 

Millionen-Investment im US-Kochboxen-Markt 

Dort hat in der vergangenen Woche ein anderer Anbieter ein Investment von 58 Millionen US-Dollar eingefahren. Sun Basket liefert Kochboxen, die einen klaren Fokus auf gesundes Essen legen. Das Unternehmen bietet nicht nur die übliche Kochbox, sondern stellt Rezeptkörbe für verschiedene Arten von Diäten zur Verfügung. Insgesamt soll ein Angebot geschaffen werden, in dem gesundheitsbewusste Konsumenten alles rund ums Thema Healthy Food finden.

Sun Basket will zudem eine hohe Kundenbindung geschaffen haben – eine Herausforderung, die der ganzen Kochboxen-Branche bislang Problem bereitet. Nach eigenen Angaben liegt der Anteil derer, die ein zweites Mal bei Sun Basket bestellen, bei 24 Prozent. Durchschnittlich wird dieser Wert auf diesem Markt auf 8 bis 18 Prozent geschätzt. Nach Unternehmensangaben erwirtschaftet Sun Basket zuletzt ein Jahresergebnis von 275 Millionen US-Dollar. 

Bild: HelloFresh

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