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Gründen während der Elternzeit: „Man muss trotzdem performen”

Mit dem ersten Kind stellt sich oft die Frage, ob man in den alten Job zurück will oder nicht. Doreen Huber entschied sich dagegen – und gründete das Startup Lemoncat.

Mit 23 gründete Doreen Huber ihre erste Firma Yields, verkaufte ihr Unternehmen an eKomi und baute den Lieferdienst Delivery Hero mit auf. Rund 20 Angel Investments hat sie in diesen zehn Jahren getätigt, unter anderem in San Francisco gelebt. 

Als sie dann schwanger wurde, entschied sich die Mehrfach-Gründerin, eine Auszeit zu nehmen. Huber ließ ihren vorherigen Job bei Springstar hinter sich und reiste ein Jahr lang mit ihrer Familie um die Welt. Die Idee, eine zweite Gründung mit einem Catering-Startup zu wagen, beschäftigte sie bereits seit ihrer Zeit in San Francisco. Dort bestellten junge Unternehmen ihr Catering regelmäßig über Online-Plattformen, was die Gründerin auch mit einem ähnlichen Konzept in Deutschland anbieten wollte.

Gründen mit Laserfokus

Ihr neues Startup jahrelang als Wohnzimmer-Projekt mit Bootstrapping zu betreiben, wie sie es bei ihrer ersten Firma gemacht hat, kam für sie nicht in Frage: „Ich wollte meine Firma ordentlich hochziehen und in die Vollen starten, sobald meine Tochter mit acht Monaten einen Platz in der Kita hatte.“ So ganz ging der Plan allerdings nicht auf, erzählt sie Gründerszene: Aufgrund des kalten Winters war ihre Tochter ständig krank und musste Zuhause betreut werden. Eine Kombination aus Kindertagesstätte und Au-Pair habe schließlich die optimale Kombination ergeben. Das Projekt Lemoncat konnte also starten.

Und dann ging alles ganz schnell. Ende 2015 fing sie mit der Marktrecherche an und erstellte den Businessplan. Im ersten Quartal 2016 meldete die Gründerin ihr Unternehmen an, im Mai mietete sie ein Büro an, stellte ihre erste Mitarbeiterin ein, erhielt die ersten Investorenangebote. Im September ging Lemoncat live.

Diese Gründerin will einen Milliarden-Markt digitalisieren

Doreen Huber arbeitete jahrelang für den Lieferdienst Delivery Hero. Jetzt leitet sie ihr eigenes Startup, das den Catering-Markt verändern soll.

Ob sie nicht ein wenig Sorge gehabt hätte, als Mutter das volle Risiko einer Unternehmensgründung einzugehen? „Nein. Ich arbeite seit mehr als zehn Jahren in der Startup-Szene. Lemoncat ist meine vierte Firma. Meine erste Firma habe ich mit 27 verkauft und die anderen Firmen, die ich aufgebaut habe sehr erfolgreich. Daher ging es mir bei Lemoncat nicht um das schnelle Geld. Ich hatte eine tolle Geschäftsidee gefunden, die ich umsetzen wollte. Dass ich das frei von finanziellen Begrenzungen machen kann, ist natürlich super.“

Wenn die Gründung auch Risiko birgt

Dieses Sicherheitsgefühl haben allerdings nicht alle Eltern, die gründen wollen. Der Großteil der Eltern ist anfangs noch auf eine Festanstellung angewiesen und muss sich das Netzwerk an Kontakten, Know-how sowie Verbindungen zu potenziellen Investoren erst noch aufbauen.

Der Campus für Eltern, den Google for Entrepreneurs in der Factory Kreuzberg initiiert, will Mütter und Väter dabei unterstützen. In einem fünfwöchigen Programm lernen die Teilnehmer an zwei Terminen wöchentlich unter anderem, was ein Business Model Canvas ist, wie Prototyping funktioniert und wie ihnen Design Thinking bei der Weiterentwicklung ihrer Idee helfen kann. Der erste Berliner Elterncampus, der im Frühjahr gestartet ist, geht nun dem Ende zu. Vergangene Woche fand das erstmalige Wiedersehen statt, an dem Gründerszene teilgenommen hat. Während die Teilnehmer ihren Mitstreitern von ihren Fortschritten und nächsten Plänen berichtet haben, krabbelten die Kinder herum und spielten.

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