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6 Millionen Euro für Berliner Ghost-Restaurant-Kette Keatz

Das Startup Keatz, ehemals GuruCollective, hat neue Millionen eingesammelt. Gleichzeitig ist das Liefer-Restaurant aus Berlin nach Spanien expandiert.

Seit mehr als zwei Jahren existieren die Restaurants des Startups Keatz nur online. Das junge Unternehmen besitzt mehrere Großküchen, in denen es Essen für verschiedene sogenannte Ghost Restaurants kocht. Sitzplätze gibt es dort nicht, die Menüs werden nur auf Lieferplattformen angeboten. Das Konzept interessiert auch Investoren. In einer neuen Runde haben die Alt-Investoren Project A und Atlantic Food Labs, die spanischen Wagniskapitalgeber K Fund und JME Venture Capital sowie der italienische VC U-Start insgesamt sechs Millionen Euro in das Berliner Startup gesteckt.

Ghost Restaurants: Die virtuellen Lokale der Lieferwelt

Nach den USA und Großbritannien testen auch in Deutschland Gastronomen das Konzept von Delivery-Only-Küchen. Was steckt hinter dem Konzept der Ghost Restaurants?

Keatz ist 2016 unter dem Namen GreenGuru gestartet. Für ihren Salat-Lieferdienst sammelten die Gründer Paul Gebhardt und Dimitrios Ploutarchos noch im selben Jahr 2,2 Millionen Euro von Atlantic Food Labs und Project A ein. 2017 erweiterten die Berliner ihr Angebot und führten ihre Geschäfte fortan unter dem Namen GuruCollective weiter. Seit Mitte Mai 2018 heißt das Startup nun Keatz. Gebhard zufolge war der bisherige Name nicht modern genug für eine internationale Expansion.

Bislang war das Ghost Restaurant nur in Berlin verfügbar. Ende 2017 wollte sich das Startup noch nach neuen Standorten in Deutschland umschauen. Nun ist Keatz zuerst nach Spanien expandiert und hat dort Lieferküchen in Barcelona sowie in Madrid eröffnet. Spanien ist in den Augen der Gründer interessant, weil dort der Markt für Lieferessen größer und gleichzeitig mehr Portale vorhanden seien. Mit dem frischen Kapital will Keatz weiter wachsen und in den folgenden Monaten Essen in Frankfurt, München, Amsterdam und Paris anbieten. Zudem will das Startup in Zukunft Roboter in seinen Küchen einsetzen. Bisher steuere das Gastro-Unternehmen seine Küchengeräte über WLAN, es kann so beispielsweise die Garzeiten beim Kombidämpfer fernsteuern.

Vor einem halben Jahr sagte Gebhardt noch, dass jede seiner Delivery-Only-Küchen jährlich und eine Million Euro umsetze. „Wir sind mit jedem Kauf profitabel. Im Idealfall verdienen wir zwischen fünf und 20 Prozent an einer Bestellung.“ Aktuell betreibt Keatz sechs Küchen.

In Großbritannien arbeitet Deliveroo ebenfalls mit Lieferküchen und will mit dem Konzept auch nach Deutschland kommen. Das New Yorker Ghost Restaurant Ando des Sternekochs David Chang wurde im Januar an UberEats verkauft. Zuvor hatte das Gastro-Unternehmen ein Funding von sieben Millionen Dollar erhalten.

Bild: Tony C French/ Getty Images

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