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Gegessen wird immer: Feinkost-Lieferdienst wird eingestellt

Das Berliner Startup gibt seinen Lebensmittel-Versand auf. Jetzt wollen sich die Gründer auf das Beliefern von Büros fokussieren.

Die Konkurrenz auf dem Markt der Lebensmittel-Lieferdienste ist groß – das musste sich selbst Kaufland eingestehen. Nach drei Jahren wird nun auch der Food-Onlineshop Gegessen wird immer eingestellt. Die Gründer Friederike Tschacksch, Beatrice von Wrede und Philipp von Sahr bieten in ihrem Onlineshop derzeit noch Feinkost, Weine, Spirituosen und Gebäck zum Versand an – am 31. Januar soll der Shop endgültig offline gehen.

Ganz zum Erliegen soll der Betrieb des Berliner Startups aber nicht kommen: Das Gründer-Team will sein Geschäft künftig auf einen Lieferservice für Berliner Firmen beschränken. Schon seit der Gründung 2015 sei dieser das „zweite Standbein“ des Unternehmens gewesen, so Tschacksch gegenüber NGIN Food. 

Hohe Kosten, geringe Margen

Insgesamt sei der Betrieb des Onlineshop zu kostenintensiv gewesen, so die Mitgründerin. „Die Margen sind bei handwerklich hochwertigen Produkten, wie wir sie verkaufen, recht gering, die Pack- und Versandkosten aber sehr hoch“, erklärt sie. Der besonders kostspielige Versand gekühlter Produkte wurde daher schon im Sommer vorigen Jahres eingestellt. „Beim Lebensmittelversand kommt die Schwierigkeit hinzu, dass nur teilweise Retouren möglich sind“, so Tschacksch weiter. Es habe allerdings nicht daran gelegen, dass die Nachfrage zu gering war. Im Gegenteil: „Die letzten Monate waren nochmal richtig gut“, sagt die Berlinerin – Kundenzahlen verrät sie jedoch nicht. Profitabel sei das Geschäft mit dem Onlineshop dennoch nicht gewesen.

Obwohl sich der Fokus künftig verändert, sollen die Gesellschafterstrukturen bestehen bleiben. Der bayrische Agrarproduzent WIMEX sowie Privatinvestoren sind weiterhin an Gegessen wird immer beteiligt. Bis der Shop eingestellt ist, verkauft das Startup die Restbestände zu rabattierten Preisen. Und noch eine Konsequenz ziehen die Berliner: „Leider wird ein Teil des Personals wegfallen“, meint Tschacksch. Wie viele Mitarbeiter Gegessen wird immer entlässt, will das Unternehmen jedoch nicht sagen.

Der Büro-Lieferdienst habe den Vorteil, dass die Bestellungen umfangreicher sind. Zudem würden aufgrund des Abo-Modells regelmäßiger Einkäufe abgefertigt als beim bisherigen Onlineshop für Privatpersonen. Das neue Angebot beinhaltet Frühstück, Obst- und Gemüsekörbe, Smoothies und Snacks. Online-Bestellungen werden aber nicht möglich sein: „Bürokunden können sich auf der neuen Seite informieren – wir erstellen dann individuelle Angebote“, so Tschacksch. Innovativ ist der Service nicht. Gerade in Berlin ist der Markt für Lebensmittel-Lieferservices für Büros groß.

Bild: Gegessen wird immer

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