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Bank-Bericht: Delivery Hero sollte Asien lieber aufgeben

Die Investmentbank Macquarie hat das Asiengeschäft von Delivery Hero analysiert und sieht schwarz. Ihr Rat: Die Berliner sollten den Markt in Fernost lieber verlassen.

Die asiatischen Märkte von Delivery Hero stehen nicht gut da, schreibt die australische Investmentbank Macquarie. Die Konkurrenz sei viel stärker, habe bessere Produkte, da können Foodpanda, Foodfly und Baedaltong nicht mithalten, heißt es in einem Bericht des Geldhauses. Aus diesem Grund hat Macquarie das Kursziel des Berliner Essenslieferdienstes für die nächsten zwölf Monate von einst 51,76 Euro auf 33,30 Euro gesenkt. Gleichzeitig stufte das Bankenunternehmen die Aktie von „Outperform“ auf „Neutral“ herunter.

Delivery Hero ist in zehn asiatischen Ländern aktiv. Die stärkste Marke dort ist Foodpanda, das Pendant zum europäischen Foodora. Im Dezember kündigte Delivery Hero an, rund 250 Millionen Euro investieren zu wollen. Das Berliner Unternehmen rechnete damit, dass der Deckungsbeitrag der Investmentrendite 60 Prozent betragen würde. Macquarie meint jedoch, dass diese Summe von Anfang an unrealistisch gewesen sei.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Delivery Hero knapp 193 Millionen Euro in Asien, die zweitstärkste Region hinter Nordafrika und dem Nahen Osten. Für 2020 peilt Delivery Hero ein Ebitda von minus 41 Millionen Euro auf Konzernebene an. Die australische Investmentbank sagt hingegen ein Ebidta von minus 122 Millionen Euro voraus, wenn das Business in Asien so weitergeht.

Das Berliner Unternehmen solle sich nicht darauf verlassen, dass die Geschäfte mithilfe der die 250-Millionen-Finanzierung organisch wachsen, sondern lieber seine asoatischen Beteiligungen verkaufen, so Macquarie. 

Die Wettberber von Delivery Hero haben in den vergangenen sechs Monaten Hunderte Millionen Euro Funding eingesammelt und dadurch einen Aufschwung erlebt. Allein Grab bekam seit Januar 2018 mehr als 2,8 Milliarden Euro. Die Delivery-Hero-Beteiligungen Foodpanda, Foodfly und Baedaltong verlieren immer mehr Marktanteile an andere Portale. Zudem liefern Unternehmen wie Grab und Uber nicht nur Essen aus, sondern auch Einkäufe oder bieten Fahrdienste an. Auf diese Weise sind sie breiter aufgestellt und bedienen eher die südostasiatische Kundschaft als ein rein Restaurantportal.


Bild: AFP Contributor / Getty Images

 

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